Auktion 290: Freundschaften - Amitiés Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 11.9.2026
5 Pablo Picasso Málaga 1881–1973 Mougins «Paris, 14 juillet 42» – positiv Paris, 14. Juli 1942. Radierung, direkte Ätzung, Schabeisen und Sti- chel auf Zink, auf festem Velin. 44,8 × 64,2 cm, Platten- kante; 59×77,6 cm, Blattgrösse. Unten rechts in Bleistift bezeichnet «V». Wenige Flecken ausserhalb der Plattenkante. Minimer Lichtrand und leichte Griffknicke. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Schätzung CHF 100000 * Werkverzeichnis Baer 682/V/B/a (v. b), positiv (dort erwähntes Exemplar) Provenienz Atelier Lacourière, Paris Slg. Madeleine Lacourière, Paris Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, auf der Rückseite mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Literatur Andreas Bühler, Picassos Lithographie, Paris 14. Juli 1942 und die Ara Pacis Augustae, in: Heiner Hachmeister, Picasso, Paraphrasen und Variationen, Münster 2004, S. 18 ff. Ausstellungen Bern 1982, Galerie Kornfeld, Pablo Picasso, Graphische Werke 1904–1972, Kat. Nr. 231 Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahr- hunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 200 Köln 1988, Museum Ludwig, Picasso im Zweiten Weltkrieg Freiburg 1994, Musée d’art et d’histoire, Pablo Picasso, Gravures et lithographies 1904–1972, Kat. Nr. 177 San Francisco/NewYork 1998/1999, California Palace of the Legion of Honor/Guggenheim Museum SoHo, Picasso and the War Bern 2001/2002, Kunstmuseum, Picasso und die Schweiz, Kat. Nr. 133a Barcelona 2004, Museu Picasso, Picasso, War and Peace, Kat. Nr. 63 Das vorliegende, äusserst seltene grafische Blatt besticht durch seinen Detailreichtum und seine grosse Präzision. Es sind gesamthaft fünf Überarbeitungszustände überliefert, die alle lediglich in einzelnen Exemplaren abgezogenwurden. Signierte Drucke sind nicht bekannt geworden. 6 Pablo Picasso Málaga 1881–1973 Mougins «Paris, 14 juillet 42» – negativ Paris, 14. Juli 1942. Radierung, direkte Ätzung, Schabeisen und Stichel auf Zink, auf festem Arches-Velin mit Wasserzeichen. 45×64,5 cm, Plattenkante; 56,3×76,2 cm, Blattgrösse. Unten rechts in Bleistift bezeichnet «V». Am unteren Rand ganz wenig stock fleckig. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Schätzung CHF 80000 * Werkverzeichnis Baer 682/V/B/b, negativ (dort erwähntes Exemplar) Provenienz Atelier Lacourière, Paris Slg. Madeleine Lacourière, Paris Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, auf der Rückseite mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Literatur Andreas Bühler, Picassos Lithographie, Paris 14. Juli 1942 und die Ara Pacis Augustae, in: Heiner Hachmeister, Picasso, Paraphrasen und Variationen, Münster 2004, S. 18 ff. Ausstellungen Bern 1982, Galerie Kornfeld, Pablo Picasso, Graphische Werke 1904–1972, Kat. Nr. 232 Köln 1988, Museum Ludwig, Picasso im Zweiten Weltkrieg Freiburg 1994, Musée d’art et d’histoire, Pablo Picasso, Gravures et lithographies 1904–1972, Kat. Nr. 178 San Francisco/NewYork 1998/1999,California Palace of the Legion of Honor/Guggenheim Museum SoHo, Picasso and the War Bern 2001/2002, Kunstmuseum, Picasso und die Schweiz, Kat. Nr. 133b Barcelona 2004, Museu Picasso, Picasso, War and Peace, Kat. Nr. 64 Einer der drei bekannt gewordenen Drucke des 5. Zustandes, bei dem die Platte negativ gedruckt wurde. Wie im Hochdruck ist die Fläche eingeschwärzt, die geätzten und gestochenen Linien treten in der Zeichnung weiss hervor. Das Blatt hat nie eine Auflage erfahren, signierte Drucke sind nicht bekannt. Pablo Picasso: «Paris, 14 juillet 42» Das Blatt entstand im Juli 1942 während einer der dunkelsten Pha- sen der deutschen Besatzungszeit von Paris. In dieser Zeit schuf Picasso nur sehr wenige Druckgrafiken. Nach neuerer Forschung von Andreas Bühler dürfte sich Picasso am französischen Nationalfeiertag – dem Tag der Erstürmung der Bastille – dem Thema des Friedens zugewandt haben, indem er die Opfergabe des Aeneas vom Relief des Friedensaltars Ara Pacis Augustae in Romparaphrasierte. Laut Bühler entspreche diemänn- liche Figur auf der rechten Seite dem Aeneas. Diese halte jedoch keineOpferschale, sondern sei mit Malerpalette und Blumenstrauss als Künstler selbst erkennbar. Diese Figur gilt ebenfalls als erster Entwurf für die wenig später daraus entwickelte Skulptur «Homme au mouton», die zu den bedeutendsten Skulpturen des Künstlers in diesem Jahrzehnt zählt. Von links nähern sich der Figur Gestalten, die alle eineOpfergabe in Formvon Früchten oder Tieren darbringen. Picasso hatte nie eine formale Ausbildung als Druckgrafiker erhal- ten, doch in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre experimentierte er ausgiebig mit den verschiedenen Möglichkeiten der Radierung in der Werkstatt von Roger Lacourière (1892–1966). Die Zusam- menarbeit zwischen Picasso und Lacourière erwies sich als ausser- ordentlich fruchtbar.
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