Auktion 290: Freundschaften - Amitiés Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 11.9.2026

1956, gegossen 2006. Bronze. 35,1×30,8×9,9 cm. Rückseitig unten links mit der geritzten Signatur «A. Giacometti» und der gestanzten Nummer «4/8», unten rechts geritzt bezeichnet «Susse Fondeur / Paris». Sehr schöner, tadelloser Guss mit dunkelbrauner Patina. Schätzung CHF 700000 * Werkverzeichnis Echtheitsbestätigung des Comité Giacometti, Paris, datiert vom23. Juni 2006, liegt vor Die Bronze ist im Online Werkverzeichnis der Fondation Alberto et Annette Giacometti unter der Nummer AGD 632 registriert Provenienz Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern Literatur Herbert Matter, Alberto Giacometti, Photographiert von Herbert Matter, Bern 1987, S. 122 und S. 133 (Gips, dort betitelt «Kopf [Diego] I») Ausstellung Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Kat. Nr. 160 Für die Bronze «Buste d’homme» diente Alberto Giacomettis jüngerer Bruder Diego (1902–1985) als Modell. Neben Albertos Frau Annette stand er am häufigsten und unermüdlich für seine SkulpturenModell. Die Bronze gehört zu einer wichtigen Serie von Männerköpfen und Büsten, die Mitte der 1950er- Jahre entstanden. Schon bei der Bronze «Diego au manteau» von 1954 wirkt der Körper durch den dicken Mantel im Verhältnis viel grösser als der Kopf. Im vorliegendenWerk «Buste d’homme», demErgebnis einer mehrjährigen Refle- xion, reduziert Alberto dieGrösse des Kopfes imVerhältnis zumKörper so stark, dass es aussieht, als sei dieser der Abschluss eines Berggipfels. «Folglich ist diese Bronzemasse mit ihren Furchen, Löchern und Abgründen, der schrun- digen Felswand eines Bergmassivs gleich.» (Yves Bonnefoy, AlbertoGiacometti, Eine Biografie seines Werkes, Bern 1992, S. 437). Die Bronze wurde erst 2006 in einer Auflage von insgesamt zehn autorisierten Abgüssen – von 1/8 bis 8/8 sowie zwei zusätzlichen Exemplaren mit den Beschriftungen «Fondation A.A. Giacometti» bzw. «Alberto Giacometti Stif- tung», die sich in den jeweiligen Sammlungen in Paris bzw. in Zürich befinden – gegossen. Bis 2006 gab es einzig die gleichnamigeGipsskulptur in der Samm- lung von Franz Meyer (1919–2007) in Zürich. Franz Meyer war von 1955 bis 1961 Direktor der Berner Kunsthalle und anschliessend Direktor des Kunst­ museums Basel. Er organisierte 1956, im Entstehungsjahr der Gipsskulptur, in der Kunsthalle Bern eine der ersten grossen Alberto-Giacometti-Ausstellungen in der Schweiz. 27 Alberto Giacometti Borgonovo 1901–1966 Chur Buste d’homme

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