Auktion 290: Freundschaften - Amitiés Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 11.9.2026
1960. Öl auf Leinwand. 100×81 cm. Rückseitig vom Künstler in Öl signiert, datiert und bezeichnet «Sam/Francis/ ’60/Paris». Auf demoriginalen Chassis. Leichte Atelierspuren auf der Vorderseite. In ausgezeichnetem Zustand. Schätzung CHF 250000 * Werkverzeichnis Debra Burchett-Lere, Sam Francis, Catalogue Raisonné of Canvas and Panel Paintings, 1946–1994, Berkeley/Los Angeles 2011, Nr. 336 Das vorliegende Werk ist in der Sam Francis Foundation, Glendale, unter der Archivnummer SFP60–5 registriert und im Online Catalogue Raisonné der Arbeiten auf Leinwand eingetragen Provenienz Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, rückseitig auf demChassis mit demSammler stempel, Lugt 913b Literatur Peter Selz, Sam Francis, New York 1975, Abb. S. 179 Peter Selz, Sam Francis, Revised Edition, New York 1982, Abb. S. 191 Yves Michaud, Sam Francis, Paris 1992, Abb. S. 97 Ausstellungen Bern 1961, Klipstein & Kornfeld, Sam Francis, Werke 1960–1961, Kat. Nr. 7 Buffalo/Washington/New York/Dallas/Oakland 1972/1973, Albright Knox Gallery/Corcoran Gallery of Art/WhitneyMuseumof American Art/Museumof Fine Arts/Oakland Museum, Sam Francis, Kat. Nr. 52 New York 1991, Gagosian Gallery, Sam Francis, Blue Balls, Kat. Nr. 3 Basel 1993/1994, Galerie Beyeler, Magic Blue, Kat. Nr. 29 Paris 1995/1996, Galerie nationale du Jeu de Paume, Sam Francis, Les années parisiennes 1950–1961, S. 159 Davos 1998/1999, Kirchner Museum, Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Kat. Nr. 158 Bern 2006, Kunstmuseum, Sam Francis und Bern, S. 93 Sam Francis lebte 1959 nahezu das ganze Jahr in New York und kam im Früh- jahr 1960 mit Teruko Yokoi Francis und der gemeinsamen Tochter Kayo nach Paris zurück. Dort wohnte er an der Rue des Douaniers im 14. Arrondissement und arbeitete im grossen Atelier in Arcueil. Im Sommer und Herbst 1960 ent- standen die ersten Bilder der Serie «Blue Balls», darunter auch das vorliegende Gemälde. Es zeigt eine Komposition aus der frühen Schaffensperiode, die seine entwickelte Randzonentechnik dokumentiert. Die Bildfläche organisiert sich um ein grosszügig belassenes weisses Zentrum, während sich entlang der Ränder organische Farbformen in verschiedenen Blautönen verteilen – die charakteristischen «Blue Balls». Diese kreisförmigen bis ovalen Gebilde vari- ieren zwischen tiefem Ultramarin, Preussischblau und helleren Türkistönen, vereinzelt ergänzt durch subtile grüne Akzente. Francis’ einzigartige Maltechnik kommt in den lasierenden Farbaufträgen und den kontrollierten Tropfspuren zur Geltung. Die einzelnen Farbformen scheinen zu schweben und erzeugen durch ihre Überlagerungen komplexe chromati- sche Wechselwirkungen. Feine Spritzer über die gesamte Leinwand schaffen eine rhythmische Verbindung zwischen den verdichteten Randzonen und dem offenen Zentrum. Der weisse Bildgrund fungiert nicht als leerer Raum, sondern als aktives, atmendes Element der Komposition. Stilistisch verbindet das Werk Elemente des abstrakten Expressionismus mit einer spezifischen Sensibilität für Licht und Farbe, die Francis während seiner Pariser Jahre entwickelt hatte. Die «Blue Balls»-Serie gehört zu den bedeutenden Werkgruppen des Künst- lers und dokumentiert seine wegweisende Position in der amerikanischen Nachkriegsmalerei sowie seine innovative Verbindungwestlicher und östlicher ästhetischer Konzepte. 39 Sam Francis San Mateo 1923–1994 Santa Monica Blue Balls IV
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