Auktion 290: Freundschaften - Amitiés Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 11.9.2026

1955/1956. Pavatexplatte mit 11 verschieden geformten und bemalten Metall­ elementen auf Kastenkonstruktion mit Holzrädern, Gummiriemen, Metallbe- festigungen und Elektromotor 220 V. 50×50×15 cm. Auf der Seite vomKünst- ler signiert «Tinguely 1955», rückseitig oben bezeichnet «Méta-Mortensen Jean Tinguely / 1956». In sehr gutem Zustand, mit kleinem, unauffälligem Farbaus- bruch im runden, grauen Element. Schätzung CHF 250000 * Werkverzeichnis Christina Bischofberger, Jean Tinguely, Werkkatalog, Band 1, Skulpturen und Reliefs 1954–1968, Küsnacht/Zürich 1982, Nr. 47 Provenienz Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern Ausstellungen Paris 1988, Centre Georges Pompidou, Les années 50, mit Etikett Aarau 1993, Aargauer Kunsthaus, Equilibre Basel 2002/2003, Museum Jean Tinguely, Jean le Jeune Solothurn 2006, Kunstmuseum Solothurn, Les Livres de Vie, Eva Aeppli und ihre Künstlerfreunde Ende des Jahres 1952 zog Jean Tinguely nach Paris und entwickelte dort sein künstlerisches Schaffen mit verschiedenen Gruppen kinetischer Reliefs und Skulpturen. In seinen ab 1954 entstehendenMaschinenplastiken übernahmer das formale Vokabular der Werke von Kasimir Malewitsch, Wassily Kandinsky und Auguste Herbin. Die definitive Farb-Form-Konstellation dieser Werke stellte Tinguely jedoch mit den sich bewegenden Elementen immer wieder infrage. Das vorliegende kinetische Relief «Méta-Mortensen» ist eine Hommage an den Maler Richard Mortensen (1910–1993). Darin nimmt Tinguely auch formal Bezug auf MortensensMalerei. Der dänische Künstler beschäftigte sich inten- siv mit der Linie als Verbindung zwischen zwei Farbfeldern, die, in verschiede- nen Ausprägungen gegeneinandergesetzt, Spannung im Bild erzeugen. Die so entstehenden Elemente scheinen sich zu überlagern und einen Raum vor der Bildfläche zu schaffen, während die Farbe als raumschaffendes Element hinzutritt. Diese Betonung der sich gegenseitig überlagernden Komponenten scheint auch Tinguely interessiert zu haben. In «Méta-Mortensen» ist eine schwarze Holztafel mit elf beweglichen, ausgesprochen farbigen Metallteilen verbunden. Diemobilen Elemente desWerkes sind an feinen Drähten befestigt, die hinter der Bildfläche mit Holzrädern unterschiedlicher Grösse verbunden sind und von einem Elektromotor angetrieben werden. Da sich der Drehpunkt der Elemente nicht in der Mitte befindet und die Antriebsräder unterschiedliche Durchmesser haben, werden sie durch den Motor dauernd in neue, unvorher- sehbare, sich überlagernde Konstellationen versetzt. Frühe, wichtige Arbeiten des Künstlers wie das vorliegende «Méta-Mortensen» sind sehr selten und befinden sich heute meistens in Museumssammlungen. 45 Jean Tinguely Freiburg 1925–1991 Bern Méta-Mortensen Relief polychrome

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