Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026

1962. Öl auf Hartfasertafel. 61×61 cm. Unten rechts vom Künstler monogrammiert und datiert «JA 62», rückseitig vom Künstler sig- niert und datiert «Albers 1962», darüber betitelt «Mild». Mit typi- schen Abreibungen unter dem Alurahmen und einzelnen kleinen Retuschen imunteren linken sowie imoberenmittigen Bereich des mittleren sowie des äusseren Farbfeldes. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 300000 Werkverzeichnis DasWerk wird in dasWerkverzeichnis der Gemälde von Josef Albers aufgenommen und ist in der Josef and Anni Albers Foundation unter der Nummer JAAF 1962.1.89 registriert Provenienz Atelier des Künstlers, dort am 21. März 1972 erworben von Galerie Beyeler, Basel, Inv. Nr. 7242, dort am3. April 1973 erworben von Galerie Nahmad, Mailand Slg. Guido Nati, Rom, bis Dezember 1992 Galleria Anna D’Ascanio, Rom, am 15. Juni 1995 verkauft an der Art Basel an Privatsammlung Deutschland, durch Erbschaft an Privatsammlung Schweiz Ausstellungen Pasadena 1968, Pasadena Art Museum, Serial Imagery, Kat. Nr. 57 Düsseldorf 1970, Städtische Kunsthalle Düsseldorf, Josef Albers, Kat. Nr. 49 New York 1971, Metropolitan Museum of Art, Josef Albers at the Metropolitan Museum of Art, Kat. Nr. 43 Basel 1973, Galerie Beyeler, Albers, Kat. Nr. 25 Mailand 1973, Galleria d’arteMedea, 3 interventi nello Spazio Astratto «Homage to the Square: Mild» gehört zu Albers ikonischer Serie «Homage to the Square», welche über einen Zeitraum von 25 Jah- ren entstanden ist. Sie bildet eine langjährige und vielfältige Aus- einandersetzung des Künstlersmit demZusammenspiel von Farben. «Mild» besteht aus drei konzentrischen, ineinander verschachtelten Quadraten in unterschiedlichenGelbnuancen, deren Farbmischung Albers eigenhändig auf der Rückseite des Werkes dokumentiert: sie reichen vom warmem ockerfarbenen «Naples Yellow Reddish» im Zentrum, über ein mittleres «Cadmium Yellow» zu einem ocker- gelben «Naples Yellow, medium». Jedes Farbton-Quadrat ver- schiebt sich dabei im Verhältnis zu seinem Nachbarn. Mit drei Dia- gonalen, die ihren Ecken folgen, erzeugen dieQuadrate eine Illusion von Räumlichkeit, die sich entweder nach innen oder nach aussen ausdehnt. Ihre asymmetrische Konstruktion – die Abstände ausser- halb des zentralenQuadrats sind links und rechts doppelt so gross, oberhalb dreimal so gross – verleiht ihnen zudem eine subtile Auf- wärtsbewegung. Nach seiner ersten Professur am Bauhaus wechselte Albers 1933 an das Black Mountain College, wo er seine Ideen zur Farbtheorie weiterentwickelte. Er liess seine Studierenden verschiedene Kom- binationen aus farbigemPapier übereinanderlegen und beobach- tete, dass Farben keine isolierten Einheiten waren, sondern «sich in ständigem Wandel präsentieren, stets in Beziehung zu wech- selnden Nachbarn und sich ändernden Bedingungen». Als Albers 1950 eine Lehrtätigkeit an der Yale University aufnahm, begann er mit seinen «Homages», die er bis zu seinemTod im Jahr 1976 schuf. Jedes einzelne Werk ist dabei eine eigene Lektion in Farbtheorie undweist das gleiche Format auf: konzentrischeQuadrate in unter- schiedlichen Farbtönen. Albers verwendete die Farbe direkt aus der Tube und trug sie mit einem Spachtel auf eine grundierte Hartfaserplatte auf. Nachdem er das Farbschema zuvor durch präzise Experimente festgelegt hatte, führte er dieGemäldemit absoluter Kontrolle aus. Er arbeitete von Hand, ohne mechanische Hilfsmittel wie Abdeckband, um die unvollkommenen Ränder zwischen den Farben vibrieren zu lassen. Trotz des statischen Aufbaus haben seine Bilder, wie Albers betont, nicht nur eine räumliche Dimension, sie suggerieren auch eine Bewegungstendenz: «Meine Quadrate bewegen sich vor und zurück, sie scheinen einzudringen und sich zu entfernen, zu wach- sen und sich zu verkleinern». Das Werk gehört zu den zentralen Positionen der Farbfeldmalerei und demonstriert, wie Albers durchminimaleMittel maximale opti- sche Komplexität erreichte. 51 Josef Albers Bottrop 1888–1976 New Haven Study for Homage to the Square: Mild

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