Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026
1992. Latex auf Textil mit hautfarbenemGewebeklebebandmontiert. 207×110 cm. Rückseitig von der Künstlerin monogrammiert und datiert «H.B. 92». In der origi- nalen Montierung der Künstlerin. In tadelloser Erhaltung. Schätzung CHF 48000 Provenienz Als Geschenk der Künstlerin an Privatsammlung Schweiz Heidi Bucher zählt zu den bedeutenden Vertreterinnen der Neo-Avantgarde 2. Im Zentrum ihres Schaffens stehen die sogenannten Häutungen, bei denen sie Architekturelemente und Alltagsobjekte mit Latex überzog und die ent- standenen Membranen nach dem Trocknen wieder abzog. Mit dieser ab 1973 entwickelten Technik leistete sie Pionierarbeit in der bildenden Kunst. Die fra- gilen Latexhäute konservieren nicht nur die Struktur vonOberflächen, sondern speichern zugleich deren Geschichte. Ihre ersten Häutungen entstanden in der Villa ihrer Grosseltern in Winterthur. Indem sie Türen, Wände und Böden symbolisch «häutete», löste sie diemit diesen Räumen verbundenen familiären und patriarchalenMachtstrukturen auf. Der Akt des Häutens wurde so zu einem Prozess der Transformation und Emanzipation. Seit Mitte der 1980er-Jahre arbeitete Heidi Bucher überwiegend auf der kanarischen Insel Lanzarote. In ihrem historischen Wohnhaus, dem «Palacio Ico» in Teguise, widmete sie sich intensiv den Türen und Portalen des Gebäudes. Beim Abziehen der Latex- schichten blieben Farbreste, Holzsplitter und andere Materialspuren an den Membranen haften und bewahrten so die physische Erinnerung des Ortes. Das 1992 entstandeneWerk «Häutung (Türe Teguise) rosa» zeigt den Abdruck einer Tür, wohl ihres spanischen Wohnhauses. Die Tür ist eine Metapher für Über- gänge – zwischen Innen und Aussen, Vergangenheit und Gegenwart sowie Leben und Vergänglichkeit. Buchers fragile Latexhäute bewahren die Spuren eines Ortes und machen dessen Erinnerungen auf ästhetisch wunderbare Weise sichtbar. 67 Heidi Bucher Winterthur 1926–1993 Brunnen Häutung (Türe Teguise) rosa
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