Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026
Sils, Sommer 1972. Gouache, Tusche und Grafit auf handgeschöpftem J. Bar- cham Green Papier mit Wasserzeichen. 59×37,5 cm. Unten rechts mit dem Nachlassstempel «Marc /Chagall». Farbfrisch und in tadellosem Zustand. Schätzung CHF 225000 * Werkverzeichnis Echtheitsbestätigung (Nr. 2026085) des Comité Marc Chagall, Paris, datiert vom 29. April 2026, liegt vor Provenienz Nachlass des Künstlers MarcChagall hielt sich in den Sommermonatenmehrmals imOberengadin auf, dessen klare Luft, das intensive Licht und die eindrucksvolle Landschaft ihn nachhaltig beeindruckten. Fünfmal weilte er im Hotel Waldhaus in Sils. Die weite Ebene und die besondere Atmosphäre des Hochtals spiegeln sich inmehrerenWerken aus dieser Zeit wider. Auch das vorliegende Blatt mit einem üppigen Sommerbouquet vor dem Fenster ist im Engadin entstanden. Marge- riten und vermutlich Rittersporn blühen mit einem Veilchengesteck um die Wette und laden uns zur Entdeckung der Landschaft aus ihrer Perspektive ein. Der Blumenstrauss steht inMarcChagallsŒuvre als ephemere, metaphorische Inspirationsquelle, die die Grenze zwischen Aussen- und Innenraum ver- schwimmen lässt, ja sogar aufhebt. Blumen nehmen denn auch stets eine Hauptrolle ein. Der Künstler benutzt das Bouquet aber auch, um seiner künst- lerischen Identität als Zeichner und Bildhauer Ausdruck zu verleihen. Seine Blumen werden zu realen, fast dreidimensionalen, leuchtenden Feuerwerken, die die Innenwelt mit Duft und Farben nachhaltig verändern. 74 Marc Chagall Witebsk 1887–1985 Saint-Paul-de-Vence Bouquet de marguerites et violettes
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