Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026

1923. Öl auf Karton auf fester Holzplatte aufgelegt. 50 × 61 cm. Unten links vomKünstler signiert und datiert «Lovis Corinth/1923». Farbfrisch und in pastoser Malweise. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 150000 Werkverzeichnis Béatrice Hernad/Charlotte Berend-Corinth, Lovis Corinth, Die Gemälde, Werkverzeichnis, München 1992, Nr. 932 Provenienz Slg. Dr. Erich Goeritz, Berlin (1889–1955) Heinrich Thannhauser, Berlin Slg. Max Glaeser, Eselsfürth (1871–1931) Privatsammlung Südafrika Galerie Grosshennig, Düsseldorf Privatsammlung Deutschland Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 15. Juni 2018, Los 35 Privatsammlung Deutschland Privatsammlung Schweiz Literatur Weltkunst, Heft 20, München 1975, S. 1651 Ausstellungen Berlin 1923, Nationalgalerie, Lovis Corinth, Kat. Nr. 159 Berlin 1926, Nationalgalerie, Lovis Corinth, Kat. Nr. 365, dort betitelt «Beschneiter Abhang am Walchensee» Hannover 1950, Landesmuseum, Lovis Corinth, Kat. Nr. 107 Hannover 1958, Kunstverein, Lovis Corinth, Gedächtnisausstellung, Zur Feier des 100. Geburtsjahres, Kat. Nr. 105 Wolfsburg 1958, Stadthalle, Lovis Corinth, Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag, ohne Kat. Bielefeld 1974, Kunsthalle, Lovis Corinth 1858–1925, Aquarelle, Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Kat. Nr. 43 Köln 1976, Kunsthalle, Lovis Corinth, Gemälde, Aquarelle, Zeich- nungen und druckgraphische Zyklen, Kat. Nr. 91 Regensburg/Bremen 1986, Ostdeutsche Galerie/Kunsthalle, Lovis Corinth, Die Bilder vomWalchensee, Vision und Realität, Kat. Nr. 64 Das vorliegende eindrucksvolle Spätwerk von Lovis Corinth ent- stand während eines der regelmässigen Aufenthalte des Künstlers in Urfeld am Walchensee. Der Maler und seine Frau besassen seit 1919 ein Holzhaus in der Gemeinde Kochel am See. Corinth zog in die bayerischen Voralpen nach den belastenden Jahren des Ersten Weltkriegs und unter dem Einfluss der politischen Unruhen der Nachkriegszeit. In der Natur fand er neue Inspiration und entwickelte eine besonders freie, expressive Malweise. Mit lebendigen Pinsel- strichen, kräftigen Farben und einer dynamischen Bildgestaltung hielt er die wechselnden Stimmungen der gebirgigen Landschaft fest. Unser Gemälde zeigt den Herzogstand, der sichmit einer Höhe von 1731 Metern über Meer nordwestlich desWalchsees erhebt und dessen Hänge von einer weissen Schneedecke überzogen sind. Der markante Berg bildet gemeinsammit dembenachbarten Heim- garten einen Höhenzug. Im Vordergrund rahmen mit leichtem Schnee bedeckte Bäume die Komposition und lenken den Blick in die Tiefe des Bildraums. In der linken Bildhälfte ist ein Ausschnitt des Walchensees zu sehen. Die ruhige Winterlandschaft vermittelt eine klare, frische Atmosphäre. Corinth war von den besonderen Lichtverhältnissen, der klaren Bergluft und demZusammenspiel von Bergen, Himmel und Wasser fasziniert. In den folgenden Jahren schuf er mehr als sechzig Gemälde, die den See und seine Umge- bung in unterschiedlichen Jahreszeiten und Wetterstimmungen zeigen. Zu den bemerkenswerten Winterbildern dieser Schaffens- phase zählen nebst dem vorliegenden Gemälde die Bilder «Wal- chensee, Neuschnee, 1922» (Hernad/Berend-Corinth 873) sowie «Walchensee im Winter, 1923» (Hernad/Berend-Corinth 897). Die Walchensee-Bilder des Künstlers gelten heute als Höhepunkte seines Spätwerks und dokumentieren eindrucksvoll die enge Ver- bindung des Künstlers zur oberbayerischen Landschaft. 78 Lovis Corinth Tapiau 1858–1925 Zandvoort Walchensee, Winterlandschaft

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