Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026

Um 1868. Öl auf Holztafel. 25,5×32,5 cm. Unten links vomKünstler monogram- miert «h.D.». Die intakte Holzplatte ist in einem leichten Rahmen fixiert. Stellen- weise feine Krakelüren und Faltenbildung in der Farbe. Mit kleineren retuschier- ten Bereichen. In sehr gutem Zustand. Schätzung CHF 90000 * Werkverzeichnis Karl EricMaison, Honoré Daumier, Catalogue Raisonné of the Paintings, Water- colours and Drawings, Vol. I, London 1967, Nr. 212 Provenienz Armand François Paul Desfriches, Comte Doria, dessen Sammlung versteigert bei Auktion Galerie Georges Petit, Paris, 5. Mai 1899, Los 135 Auktion Hôtel Drouot, Paris, 12. Dezember 1900, Los 4 Henri Rouart, Paris Wohl Paul Rosenberg, Paris, dort möglicherweise 1921 erworben von Richard Bühler, Winterthur, dort am 1. Oktober 1928 erworben von Richard Bühler und Moderne Galerie Thannhauser, München und Berlin, am 24. September 1937, übertragen an Richard Bühler und Thannhauser Maison d’Art, Paris, dort 1947 erworben von Richard Bühler, Winterthur, dort zwischen 1956 und 1978 erworben von Justin K. Thannhauser, New York und Bern Galerie Christian Fayt, Knokke-Heist, dort erworben von Privatsammlung Grossbritannien Literatur Stefan Koldehoff und Chris Stolwijk (Hrsg.), The Thannhauser Gallery, Marke- ting Van Gogh, Brüssel und Amsterdam 2017, S. 23, 35 und 228 Valerie Ender, Von wirtschaftlichem Aufstieg, Verfolgung und Exil, Die Galerie und Sammlung Thannhauser 1909–2005, Köln 2023, S. 88 Ausstellungen Wohl Basel 1921, Kunsthalle, Société des Beaux-Arts, Exposition de Peinture française, Kat. Nr. 57 Wohl Paris 1927, Galerie L. Dru, Aquarelles et Dessins de Daumier, Kat. Nr. 35, dort betitelt «Lecture» London 1936, The Leicester Galleries, Kat. Nr. 93 NewYork 1956, Solomon R. GuggenheimMuseum, Collection Justin K. Thann- hauser, Kat. Nr. 105 Raleigh 1956, North Carolina Museum of Art, French Painting of the Last Half of the 19th Century London 1961, Tate Gallery, Daumier, Paintings and Drawings, Kat. Nr. 37 Bern 1978, Kunstmuseum, Sammlung Justin K. Thannhauser, Kat. Nr. 7 Daumier war einer der bedeutendsten Karikaturisten des 19. Jahrhunderts. Er schuf über 4000 politische und gesellschaftskritische Lithografien für Zeit- schriften wie LaCaricature und LeCharivari. Seine Zeichnungen undMalereien blieben jedoch zeitlebens fast völlig unbeachtet. Es handelt sich dabei meist um kleinformatige Gemälde mit einer dunklen, erdigen Palette, mit denen er die Menschen im Alltag genau beobachtete. Er malte mit schnellen, fast skiz- zenhaften Pinselstrichen. Seine Behandlung von Licht und Schatten machte ihn zum wichtigen Wegbereiter des Impressionismus. Auch in «Le liseur» ver- zichtet Daumier auf feine Details, es ist ihm wichtig, die Stille des Augenblicks zu erfassen. Das Licht fällt auf das Gesicht des Lesenden und das Buch, wäh- rend der Hintergrund im erdigen, dunklen Schatten verschwindet. Dem Sujet des Lesens widmete Daumier eine ganze Reihe von Gemälden. Es steht für das wachsende, gebildete Bürgertum, aber auch für die zunehmende Bedeutung der Presse und der Literatur im Alltag. 79 Honoré Daumier Marseille 1808–1879 Valmondois Le liseur

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