Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026

Um 1879. Gouache auf Seide, leicht mit Gold gehöht, auf Karton aufgezogen. 31,2×61,2 cm, Seide; 35,4×65,5 cm, Karton. Oben links vom Künstler in Gouache signiert «Degas». Oben links mit einem kleinen Riss in der Seide. Der Karton mit Kleberesten und Spuren einer alten Montierung. In guter Erhaltung. Schätzung CHF 650000 * Werkverzeichnisse Paul-André Lemoisne, Degas et son œuvre, Band II, New York/ London 1984, Nr. 556 Jacques Lassaigne/Fiorella Minervino, Tout l’œuvre peint de Degas, Paris 1974, Nr. 551 Provenienz Galerie Durand-Ruel, Paris Slg. Gustave Pellet, Paris Slg. Maurice Exsteens, Paris Klipstein und Kornfeld, Bern, 1960 an der Ausstellung erworben von Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, rückseitigmit demSammlerstem- pel, Lugt 913b Literatur Paul-André Lemoisne, Degas et son œuvre, Paris 1954, Abb. nach S. 88 Yujiro Shinoda, Degas, Der Einzug der japanischen in die franzö- sische Malerei, Dissertation, Köln/Tokyo 1957, S. 87/88 Monika Kopplin, Das Fächerblatt von Manet bis Kokoschka, Dis- sertation, Saulgau 1981, S. 77/78 Götz Adriani, Edgar Degas, Pastels, Dessins, Esquisses, Paris 1985, Nr. 120 Denis Rouart, Degas à la recherche de sa technique, Genève 1988, S. 25 Anne Sefrioui, Eventails impressionnistes, Paris, Citadelles &Maze- nod, 2012, S. 128/129 Ausstellungen Paris 1948/1949, Galerie Charpentier, Danse et divertissement, Kat. Nr. 77 Bern 1960, Klipstein und Kornfeld, Choix d’une collection privée, Sammlungen G.P. [Gustave Pellet] und M.E. [Maurice Exteens], Kat. Nr. 14 Berlin 1965, Haus amWaldsee, Der Japonismus in der Malerei und Graphik des 19. Jahrhunderts, Kat. Nr. 23 Tokyo 1968, The National Museum of Modern Art, Mutual Influen- ces between Japanese and Western Arts, S. 88 München 1972, Haus der Kunst, Olympiade-Ausstellung, Kat. Nr. 811 Tübingen/Berlin 1984, Kunsthalle/Nationalgalerie, Edgar Degas, Pastelle, Ölskizzen, Zeichnungen, Kat. Nr. 120 Stuttgart/Zürich 1984, Staatsgalerie/Museum Bellerive, Komposi- tion im Halbrund, Fächerblätter aus vier Jahrhunderten, Kat. Nr. 67 Paris 1984, Centre culturel duMarais, Degas, Lemodelé et l’espace, Kat. Nr. 151 Manchester/Cambridge 1987, Whitworth Art Gallery/Fitzwilliam Museum, The Private Degas, Kat. Nr. 137 Paris/Tokyo 1988, Grand Palais/Musée national d’art occidental, Le Japonisme, Kat. Nr. 203 Bern 1989, Kunstmuseum Bern, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. EberhardW. Korn- feld], Kat. Nr. 15 Berlin 1993, Martin Gropius-Bau, Japan und Europa, 1543–1929, Kat. Nr. 14/37a Davos 1998/1999, Kirchner Museum, Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Kat. Nr. 3 Ingelheim 2001, Internationale Tage, Altes Rathaus, Japan, Quelle der Inspiration, Kat. Nr. 88 Detroit/Philadelphia 2002/2003, The Detroit Institute of Arts/Phil- adelphia Museum of Art, Degas and the Dance, S. 289 Rom 2004/2005, Complesso del Vittoriano, Degas, Classico e modern, Kat. Nr. 36 London/Washington 2005/2006, Tate Britain/The Phillips Collec- tion, Degas, Sickert and Toulouse-Lautrec, London and Paris 1870–1910, Kat. Nr. 38 Lausanne 2012, Fondation de l’Hermitage, Au fil des collections, de Tiepolo à Degas, Kat. Nr. 53 Karlsruhe 2014/2015, Staatliche Kunsthalle, Edgar Degas, Klassik und Experiment, Kat. Nr. 63 Essen/Zürich 2014/2015, Museum Folkwang/Kunsthaus, Monet, Gauguin, van Gogh … Inspiration Japan, Kat. Nr. 84 (nur in Zürich ausgestellt) Giverny 2018, Musée des impressionnismes, L’éventail impressi- onniste, Abb. S. 28 Basel 2021/2022, Kunstmuseum, Camillo Pissarro, Das Atelier der Moderne, Kat. Nr. 69 Frankfurt am Main 2022, Städel Museum, Renoir, Rococo Revival, Der Impressionismus und die französische Kunst des 18. Jahrhun- derts, Kat. Nr. 39 Das hier angebotene Fächerblatt greift eine Tradition in der Male- rei auf, die seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts durch die Verbreitung japanischer Holzschnittdarstellungen in Europa wieder in Mode kam. Das aufkommende Interesse an bemalten Fächern traf den Geschmack der Gesellschaft der Belle Époque und fand als Thema und Motiv verschiedentlich Eingang in Edgar Degas’ Kunstschaffen. Edgar Degas begann im Jahr 1871 mit Studien zu Tänzerinnen an der Pariser Oper, die von da an zu seinen wohl wichtigstenMotiven wurden. Die grosse Zeit des romantischen Balletts war in Paris im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts vorbei, und so richtete sich das Interesse des Künstlers mehr auf das «Corps de ballet» mit den tänzerischen Körperhaltungen und Posen der Ballerinen als auf einzelne Bühnenstars. Aus leicht erhöhter Perspektive ist bei der hier angebotenen Arbeit ein Bühnenraummit einer Gruppe von zwölf Tänzerinnen mit bun- ten Haarbändern dargestellt. Der Standpunkt des Malers ist der hintere Bühnenteil, mit Blick über das Parkett hin zum angedeute- ten Zuschauerraum. Die Sicht auf Bühne und Festsaal sind durch kulissenartige, rotgefärbte Bäume weitgehend verdeckt. «Danseuses» ist eine qualitätsvolle und charmante Arbeit wie auch eine Rarität: Von Degas sind lediglich 25 bemalte Fächer bekannt. Sämtliche zwischen 1878 und 1880 entstandenen Arbeiten zeigen Ballettszenen. 80 Edgar Degas 1834 Paris 1917 Danseuses

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