Auktion 291: 150 Ausgewählte Kunstwerke 11.9.2026
Um 1877. Monotypie in schwarzer Ölfarbe (Dessin à l’encre grasse, procédé négatif) auf dünnem glattem Velin, auf Karton aufgelegt. 12×16,2 cm, Plattenkante; 12,8×16,5 cm (leicht unregelmässig), Blattgrösse. Rückseitig auf dem Karton mit dem roten Stempel der Vente Degas «Atelier Ed. Degas». Blatt etwas gebräunt und leicht gewellt. Am oberen Rand rechts der Mitte minime alte Verletzung im Papier. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 60000 * Werkverzeichnisse Eugenia Parry Janis, DegasMonotypes, Essay, Catalogue &Check- list, Cambridge 1968, Nr. 8 Jean Adhémar/FrançoiseCachin, Edgar Degas, Gravures et Mono- types, Paris 1973, Nr. 6 Provenienz Auktion Galerie Manzi-Joyant, Vente Degas, Estampes, Paris, 22.–23. November 1918, Nr. 197 Galerie Berès, Paris, dort 1964 erworben von Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, rückseitigmit demSammlerstem- pel, Lugt 913b Literatur Denis Rouart, Degas, Monotypes, Paris 1948, Abb. S. 8 Ausstellungen Bern 1964, Kornfeld und Klipstein, Ausstellung 1864–1964, 100 Jahre Galerie, Kat. Nr. 7 Cambridge 1968, Fogg Art Museum, Degas Monotypes, Essay, Catalogue & Checklist, Kat. Nr. 8, Checklist Nr. 29 Paris 1984, Centre culturel duMarais, Degas, lemodèle et l’espace, Kat. Nr. 265 Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. EberhardW. Kornfeld], Kat. Nr. 11 Martigny 1993, Fondation Pierre Gianadda, Degas, Kat. Nr. 122 Zürich/Tübingen 1994/1995, Kunsthaus/Kunsthalle, Degas, Die Portraits, Kat. Nr. 140 Vevey 1998, Musée Jenisch, Degas et Pissarro, Kat. Nr. 107 Genf 1999–2000, Musée d’art et d’histoire, Steinlen et l’Epoque 1900 Barcelona 2000, Museu Picasso, Steinlen y la época de 1900 Madrid 2003, Fundación Juan March, Espíritu de modernidad, de Goya a Giacometti, Obra sobre papel de la colección Kornfeld, Kat. Nr. 4 Tübingen 2005, Bordell und Boudoir, Schauplätze der Moderne, Cézanne, Degas, Toulouse-Lautrec, Picasso, Kat. Nr. 28 Paris 2010, Musée d’Orsay, Crime et Chatiment, DeGoya à Picasso, Kat. Nr. 404 New York 2016, Museum of Modern Art, Edgar Degas, A Strange New Beauty, Kat. Nr. 29 Im ausgehenden 19. Jahrhundert zählte Edgar Degas zu den kre- ativsten Nutzern der Monotypie, einer Technik, die zwar der Druck- grafik zugeordnet wird, streng genommen jedoch eine Mischform darstellt. Dabei werden Zeichnungen meist in Fetttusche oder verdünnter Ölfarbe auf eine Kupfer- oder Zinkplatte aufgetragen und mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Solange die Farbe auf der Platte noch feucht ist, kann der Künstler mit verschiedenen Mitteln künstlerisch eingreifen. Zu den ersten Motiven, die Degas in dieser Technik realisierte, zählen Szenen aus dem Pariser Nachtleben, vor allem aus den beliebten Café-Concerts. Bei diesen handelte es sich um unter freiem Himmel stattfindende Bühnenprogramme, die durch Gas- lampen beleuchtet wurden, und bei denen Akteure aus der Halb- welt auftraten. In der vorliegenden Arbeit hält der Künstler eine Sängerinmit ausdrucksstarker Gestik undMimik imHelldunkel der Bühne fest. Für diese Monotypie wendete er wohl das «Procédé négatif» an, indem er mit Lappen und Fingern die Darstellung der zuvor schwarz eingefärbten Platte herauswischte. Das Besondere an Monotypien ist, dass es jeweils nur einen guten Abzug von der Platte gibt; jeder weitere Abzug wird deutlich schwächer. Degas verwendete Monotypien oft als Grundlage für eine weitere Über- arbeitung mit Pastellkreiden. 81 Edgar Degas 1834 Paris 1917 Chanteuse de Café-Concert
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