Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

312 Julio González Barcelona 1876–1942 Arcueil Personnage sur fond vert Projet de sculpture de fer 1936. Tusche, mit Pastell und Aquarell überarbeitet, auf Bütten, rückseitig Bleistift­ zeichnung einer Frau, zwei Körbe tragend. 20×15,2 cm. Unten links vom Künstler in Tusche monogrammiert und datiert «J. G. 1936». Blatt minim gebräunt, rückseitig mit Montierungsresten. In guter Erhaltung. Schätzung CHF 6000* Werkverzeichnis  Gibert, Personnages, S. 35. Provenienz  Nachlass des Künstlers. Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellung  Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeich­ nungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 181. Dem Titelzusatz ist zu entnehmen, dass es sich bei dieser kraftvollen Darstellung um einen Entwurf für eine Eisenplastik handelt. Die meisten Zeichnungen von Julio González sind Entwürfe für Skulpturen, darunter die Serie «La Femme au miroir» (1936–1937). Die dazu ausgeführte Plastik wurde im spanischen Pavillon an der Welt­ ausstellung in Paris von 1937 gezeigt. Die Arbeiten von González aus dieser Zeit oszillieren zwischen Figuration und Abstraktion. Seine Figurenbilder und Masken spiegeln die Einbeziehung von Leere als Element sowie die Auseinandersetzung mit Volumen und Raum. 313 Raoul Hausmann Wien 1886–1971 Limoges Hannah Höch und Raoul Hausmann im Gespräch an einem Tisch Um 1920. Aquarell und Tusche auf bräunlichem Velin. 23,6×21,6 cm. Unten in der Mitte in Bleistift signiert «Hausmann» und mit Aquarellfarbe übermalt. Rückseitig mit Montierungsresten. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 10000* Provenienz  Nachlass Hannah Höch, Berlin. Privatsammlung Deutschland. Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 20. Juni 1979, Los 505. Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rück­ seitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellung  Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeich­ nungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 170. Raoul Hausmann schuf in den 1910er-Jahren ausdrucksstarke Aquarelle. Nach einer expressionistischen Phase wandte er sich dem Kubismus zu, bevor er zu einer zentralen Figur des Berliner Dadaismus avancierte und 1919 die erste internationale Dada-Messe organisierte. Hausmann arbeitete mit Künstlern wie George Grosz (1893–1959) und der Collage­ künstlerin und Grafikerin Hannah Höch (1889–1978) zusammen. Letztere lernte der damals verheiratete Künstler und Vater einer Tochter im Jahr 1915 kennen. Zwischen den beiden entwickelte sich eine dramatische Liebesbeziehung, während der Höch zweimal eine Abtreibung vornehmen liess. 1922 beendete das Paar die unglückliche private und künstlerische Liaison. 314 Erich Heckel Döbeln 1883–1970 Radolfzell Bei Champfèr 1961. Aquarell über Vorzeichnung in brauner Kreide auf Aquarellpapier Fabriano mit Wasserzeichen. 48,3×62,5 cm. Unten rechts vomKünstler in Bleistift signiert, datiert und betitelt «Heckel 61/Bei Champfère» (sic!). Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung. In sehr schöner Erhaltung. Schätzung CHF 6000 Werkverzeichnis  Das Blatt ist in der Erich Heckel Stiftung in Hemmenhofen registriert. Wir danken Hans Geissler für seine Bestätigung. Ein schönes, spätes Landschaftsaquarell, dargestellt ist der Blick auf Champfèrersee und Silvaplanersee.

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