Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026
321 Adolf Hölzel Olmütz 1853–1934 Stuttgart Madonna in Landschaft Um 1920. Pastell auf Velin montiert auf Karton. 35×50 cm, Blattgrösse; 47×64 cm, Unterlagekarton. In den beiden oberen Ecken mit Reissnagellöchern, in der linken Eckemit Papiereinrissen undmontiert. Rückseitigmit Spuren einer altenMontierung. In farbfrischer und sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 10000 Provenienz Privatsammlung Schweiz. Auktion Galerie Kornfeld und Klipstein, Bern, 13. Juni 1968, Los 452, dort erworben von Privatsammlung Schweiz. Im Jahr 1905 wird Adolf Hölzel an die Kunstakademie nach Stuttgart berufen und es gelingt ihmder Durchbruch zur abstraktenMalerei. Zu seinen Schülern gehören unter anderem Willi Baumeister, Johannes Itten und Oskar Schlemmer. Nach seiner Pen sionierung 1919 lebt Hölzel bis zu seinem Tod 1934 in seinem Haus in Stuttgart- Degerloch. Hier entsteht ein umfassendes Spätwerk, zu dem auch das hier angebo tene Pastell gehört, eine prachtvoll farbige Komposition um 1920. 322 Wassily Kandinsky Moskau 1866–1944 Neuilly-sur-Seine Frauen im Wald 1907. Holzschnitt auf dünnem Japan, vom Künstler auf Unterlage aufgelegt. 14,6×19,4 cm, Druckstock; 17×21,6 cm, Blattgrösse; 24,9×25 cm, Unterlagekarton. Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert «KANDINSKY», links betitelt und nummeriert «Birken (No 4)». Blatt mit leichten Atelierspuren. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 15000* Werkverzeichnis Roethel 60. Provenienz Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellungen Basel/Høvikodden 1975/1977, Kunstmuseum/Henie Onstad Kunst senter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 297. Salzburg/ Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meister werke der Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 256. Bern 1986/1987, Kunstmuseum, Der Blaue Reiter, Kat. Nr. 27. Gstaad 1987, (via Kunstmuseum Bern), Kandinsky, Graphische Blätter und Aquarelle. Berlin/Tübingen 1994/1995, Brücke-Museum/Kunsthalle, Der frühe Kandinsky, Kat. Nr. 84. Mailand 2001, Fondazione Antonio Mazzotta, Wassily Kandinsky, Munich and Moscow. Saint-Paul-de-Vence 2001, Fondation Maeght, Wassily Kandinsky, Rétrospective, Kat. Nr. 21. Jena 2009, Städtische Museen, Kandinsky am Bauhaus, Kat. Nr. IV/4. Bei diesem Blatt handelt es sich um einen seltenen Handdruck. Kandinsky begann sich ab 1903 mit Holzschnitten zu beschäftigen. Unsere frühe Komposition weckt Erinnerungen an Figuren der slawischen Folklore und an russischeMärchen, in denen der Wald eine besondere und zentrale Bedeutung einnimmt. Der Wald dient den Akteuren als Grenzbereich zwischen der vertrauten Welt und einem fremden und bedrohlichen Reich, in dem es nicht selten zu magischen Begegnungen kommt und woMenschen Prüfungen zu bestehen haben. Die vier Frauenmit ihren edlen Gewän dern und prunkvollen Kopfbedeckungen zeugen vom Interesse des Künstlers an volkstümlichen Überlieferungen, an Religion und Mythologie. 323 Wassily Kandinsky Moskau 1866–1944 Neuilly-sur-Seine Radierung N° I 1916. Kaltnadel auf Kupferdruckpapier. 12,4×13,6 cm, Plattenkante; 29,5×33,2 cm, Blattgrösse. Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert «Kandinsky», links datiert und bezeichnet «1916 N° I», darunter nummeriert «5/10». Am Oberrand mit einem kleinen Papierabrieb, rückseitigmit Spuren einer altenMontierung. Insgesamt in sehr schöner Druckqualität und Erhaltung. Schätzung CHF 15000* Werkverzeichnis Roethel 153. Provenienz Privatsammlung USA, dort erworben von Galerie Kornfeld, Bern, dort erworben von Internationale Privatsammlung. Die vorliegende erste Radierung des Jahres 1916 ist von grösster Seltenheit; laut Hans Konrad Roethel hat der Künstler lediglich zehn nummerierte Abzüge geschaffen. Der Druck erfolgte vermutlich in Stockholm, wo sich Kandinsky von Weihnachten 1915 bis März 1916 aufhielt und sich ein letztes Mal mit Gabriele Münter traf.
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