Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

362 Paul Klee Münchenbuchsee bei Bern 1879–1940 Muralto Krankenbesuch 1913 –Werknummer 1913.86. Aquarell und Tusche auf Bütten, auf Karton aufgezogen. 13,8×17,8 cm, Darstellung; 24,8×33 cm, Unterlagekarton. Unten rechts am Rand der Darstellung vom Künstler in Tusche signiert «Klee», unten links mit der Werknummer «1913.86», rechts daneben betitelt «Krankenbesuch». Blatt etwas gebräunt, Unterlagekarton mit Lichträndern, rückseitigmit Montierungsresten. Insgesamt in sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 40000 Werkverzeichnis  Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 2, Werke 1913–1918, Bern 2000, Nr. 988. Provenienz  The Hanover Gallery, London (1948–1952). De Beer Fine Arts, London (ab 1952). Slg. H. Erismann, Beinwil am See. Auktion Germann, Zürich, 1. Juni 1983, Los 44. Galerie Römer, Zürich (bis 1988). Privatsammlung Schweiz, versteigert bei Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 17. Juni 2011, Los 96, dort erworben von Privatsammlung Basel. Privat­ sammlung Schweiz. Ausstellung  Aarau 1960, Kunsthaus, Jubiläums-Ausstellung aus aargauischem Privatbesitz, 1. Teil, Kat. Nr. 208. Die Zeichnung entstand 1913 und gehört in die frühe Schaffensphase Paul Klees, unmittelbar vor seiner wegweisenden Tunesienreise von 1914. Er wählte eine Bildsprache, in der räumliche Beziehungen und kompo­ sitorische Ordnungen gegenüber einer naturalistischen Wiedergabe in den Vordergrund treten. Die Komposition gewinnt ihre Wirkung durch das spannungsvolle Verhältnis von Linie, Fläche und rhythmischer Anordnung der Formen. Kunsthistorisch ist das Motiv der Krankheit bei Paul Klee vor allem mit seinem Spätwerk ab 1935 verbunden. Nach der Diagnose der unheilbaren Autoimmunerkrankung Sklerodermie entstan­ den in den letzten Lebensjahren zahlreiche Werke, in denen Klee seine körperliche Leidenssituation, existenzielle Ängste und zugleich eine bemerkenswerte künstlerische Zuversicht in einer verdichteten, zeichen­ haften Bildsprache verarbeitete. Das vorliegende Werk von 1913 steht sowohl formal als auch biografisch in keinemZusammenhangmit dieser späterenWerkphase. Es dokumentiert vielmehr das frühe, experimentelle Suchen des jungen Künstlers nach einer eigenständigen, konstruktiv- abstrahierenden Formensprache.

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