Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026
801 William Blake 1757 London 1827 Illustrations of the Book of Job London, William Blake, 1825 1825–1826. Folge von 21 Kupferstichen (Chine collé) auf weisse Bogen aufgelegt, 1 Titelblatt und 1 lose Publikationsanzeige. In originalem grünen Kartonumschlag mit Lederrücken und aufge- klebtemTitel inGoldpressung auf demVorderdeckel. 53×36,5 cm, Umschlag. Alle Grafiken in ausgezeichneter Erhaltung undmit sehr breitemPapierrand, alle in tadelloser Druckqualität. Umschlag leicht berieben und gebrochen. Schätzung CHF 40000 * Werkverzeichnis Binyon 105–126 Provenienz Slg. Colonel Daniel Sickles (1904–1989), Paris (Ex Libris imUmschlag) Galerie Kornfeld & Cie. (Ankauf 1974) Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, auf der Innenseite des Umschlags mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Ausstellungen Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahr- hunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 19 William Blake war schon in jungen Jahren vom Thema «Job» (das Buch Hiob in der Bibel, platziert vor den Psalmen im Alten Testa- ment) fasziniert, eine erste Zeichnung stammt aus dem Jahr 1793. Auf Anregung seines Freundes John Linnell, der selbst Maler und Verleger war, entstand nach 1820 eine Reihe von Aquarellen, die in der vorliegenden Buchausgabe als Grafikblätter umgesetzt wur- den. In der Erstausgabe, die auf der Publikationsanzeigemit «March 1826» datiert war, trat John Linnell als Mitverleger auf. Eine zweite Ausgabe erschien 1874 ohne die Bezeichnung «Proof» auf den einzelnen Blättern. 1919 gingen alle Platten in den Besitz des Print Departments des British Museum über. Ausser der ersten Auflage von 1826 und der zweiten von 1874 gibt es keine weiteren Auflagen. Mit ihrer ungewöhnlichen Intensität und Ausdruckskraft erreichten die Illustrationen zum «Book of Job» die höchste Vollendung von Blakes schöpferischer Genialität und technischer Meisterschaft. Laurence Binyon bezeichnet die Folge sogar als Höhepunkt auf dem Gebiet des Originalstiches seit Dürer und Mantegna (vgl. L. Binyon, The Engravings of William Blake […], in: The Print Collector’s Quarterly 1917, S. 319). Komplett und als frühest mögliche Ausgabe, dazu in vorzüglicher Gesamtqualität, von grosser Seltenheit.
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