Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026

Paris 1889, 1. Ausgabe. Marmorierte Originalkartonmappe mit 11 losen Zinkografien auf «papier canari», das erste Blatt «Leda» auf Mappe aufgeklebt. 67×51 cm, Mappe, je ca. 48×60 cm, Blattgrösse. Enthalten sind:  1. Leda (Projet d’assiette 89) – Titelblatt der «Volpini Mappe». 20,4×20,4 cm, Darstellung (kreisförmig); 30,3×25,8 cm, Blatt- grösse. Titelbild vomKünstler handkoloriert. Mongan/Kornfeld/ Joachim 1/A/a (v. B)  2. Les drames de la mer, Bretagne. 17,6×22,2 cm, Darstellung. Mongan/Kornfeld/Joachim 2/A/b (v. B)  3. Les drames de la mer – Une descente dans le Maelstrom. 18×27,2 cm, Darstellung; 49×63,8 cm, Blattgrösse. Mongan/ Kornfeld/Joachim 3/A (v. B)  4. Baigneuses bretonnes. 24,5×20 cm, Darstellung. Mongan/ Kornfeld/Joachim 4/A/b (v. B)  5. Lescigalesetlesfourmis–SouvenirdelaMartinique.21,6×26,1cm, Darstellung. Mongan/Kornfeld/Joachim 5/A/b (v. B)  6. Pastorales Martinique. 18,5×22,2 cm, Darstellung. Mongan/ Kornfeld/Joachim 6/A (v. B)  7. Joies de Bretagne. 20,1×24,1 cm, Darstellung. Mongan/Kornfeld/ Joachim 7/A/b (v. B)  8. Bretonnes à la barrière. 17×21,5 cm, Darstellung. Mongan/ Kornfeld/Joachim 8/A (v. B)  9. Les vieilles filles à Arles. 19,2×20,8 cm, Darstellung. Mongan/ Kornfeld/Joachim 9/A/b (v. B) 10. Les laveuses. 21,2×26,5 cm, Darstellung. Mongan/Kornfeld/ Joachim 10/A/b (v. B) 11. Misères humaines. 29,4×23,7 cm, Darstellung. Mongan/Kornfeld/Joachim 11/A/b (v. B) Mappe mit Gebrauchs- und Altersspuren. Einzelne Blätter mit Lichträndern, Reissnagellöchern undGriffspuren. Allemit rücksei- tigen Montierungsresten. Insgesamt in guter Erhaltung Schätzung CHF 100000 * Werkverzeichnis Mongan/Kornfeld/Joachim 1–11 Provenienz Slg. Mette Gauguin-Gad, Kopenhagen Galleri Kaare Berntsen, Oslo, versteigert bei Auktion Kornfeld und Klipstein, Bern, 13.–15. Juni 1974, Los 270, dort angekauft von Galerie Kornfeld und Klipstein, Bern, am 1. Dezember 1975 ange- kauft von Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, auf der Innenseite des Umschlags mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Ausstellungen Basel/Høvikodden 1975/1977, Kunstmuseum/HenieOnstad Kunst- senter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 92 Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahr- hunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 88 Ingelheim2001, Altes Rathaus, Japan, Quelle der Inspiration, Japa- nische Kunst und europäische Moderne um 1900, Kat. Nr. 92/a Das vorliegende, elfteilige und komplette Mappenwerk wurde bei Édouard Ancourt in Paris gedruckt, vermutlich in einer Auflage von 30 oder höchstens 50 Exemplaren. Ein Set mit diesen seltenen druckgrafischen Arbeiten auf gelbem Papier gab Paul Gauguin an die erste Ausstellung der «Groupe impressionniste et synthétiste» im Pariser Café des Arts von Monsieur Volpini. In seiner frühen Schaffensphase thematisiert Gauguin vorwiegend die Eindrücke seiner Frankreichreisen und stellt insbesondere bäuerlich-länd­ liche Szenen in der Bretagne und in Südfrankreich dar. Durch die groben Umrisse, die Auflösung der Ebenen, die zurückhaltende Modellierung der Figuren und die starke Vereinfachung der Formen gelingt es dem Künstler, eine eindrucksvolle Steigerung der Bild- wirkungen zu erzeugen. Die gestaffelte Raumstruktur und die Gegenüberstellung dunkler und heller Bildpartien deuten auf den Einfluss japanischer Holzschnitte hin, die in den letzten Jahrzehn- ten des 19. Jahrhunderts in Frankreich beliebt waren. In Japan wurde hellgelbes Papier für den Druck von Neujahrskarten benutzt und diente französischen Druckern zur Herstellung von Publikati- onen über japanische Kunst.» Die Druckplatten der Volpini-Mappe gab Paul Gauguin seinem Freund Émile Schuffenecker (1851–1935), einem französischen Maler des Neoimpressionismus, der diese dem Verleger, Kunst- händler und Galeristen Ambroise Vollard (1866–1939) zukommen liess. Vollard gab im Jahr 1900 eine zweite Auflage der Serie mit circa 50 Abzügen auf weissem Simili-Japan heraus. Unsere Mappe aus der ersten Auflage stammt aus der Sammlung von Mette Sophie Gad (1850–1920), der von Gauguin geschiede- nen Ehefrau. Nach der Trennung lebte die gebürtige Däninmit ihren Kindern in Kopenhagen und verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Französischlehrerin und Übersetzerin. 803 Paul Gauguin Paris 1848–1903 Hiva-Oa (Marquesas) Dessins lithographiques Paul Gauguin – Suite Volpini «Volpini Mappe»

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