Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026

825 Käthe Kollwitz Königsberg 1867–1945 Moritzburg Sieben Holzschnitte zum Krieg Dresden, Verlag Emil Richter, 1923 1921–1923, publiziert 1923. Mappe aus gehämmertem Papier mit Holzschnitt auf dem Umschlag. Mit 7 Holzschnitten auf Japan. 67,2×48,5 cm, Mappe; je ca. 47,5×65,5 cm, Blattgrösse. Im Impres- sum mit der Nummer «42» als eines von 100 Exemplaren der Aus- gabe A ausgewiesen. Die Blätter jeweils unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert «Käthe Kollwitz», unten links numme- riert «42/100» sowie in der Ecke mit der fortlaufenden Nummerie- rung der Folge. Vorhanden sind: 1. Das Opfer. Blatt 1 der Folge «Krieg». Knesebeck 179/IX/b (v. d) 2. Die Freiwilligen. Blatt 2der Folge «Krieg». Knesebeck 173/IV/b (v. d) 3. Die Eltern. Blatt 3 der Folge «Krieg». Knesebeck 174/V/b (v. d) 4. Die Witwe I. Blatt 4 der Folge «Krieg». Knesebeck 175/V/b (v. e) 5. DieWitwe II. Blatt 5 der Folge «Krieg». Knesebeck 178/VII/b (v. d) 6. Die Mütter. Blatt 6 der Folge «Krieg». Knesebeck 176/VII/b (v. d) 7. Das Volk. Blatt 7 der Folge «Krieg». Knesebeck 190/VII/b (v. d) 8. Die Witwe I. Umschlag. Knesebeck 175/V/d (v. e) Mit leichtenAtelierspuren, insgesamt in sehr gutemErhaltungszustand Schätzung CHF 35000 * Werkverzeichnis Knesebeck 173–176, 178–179, 190 Provenienz Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, auf der Innenseite des Umschlags mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Käthe Kollwitz, die unmittelbar zu Beginn des Ersten Weltkriegs ihren Sohn Peter in Flandern als Angehörigen eines Freiwilligen­ regiments verloren hatte, arbeitete ab 1918 an der Folge «Krieg». Nach einzelnen Lithografien entschied sie sich letztlich für den Holzschnitt. Die sieben Blätter, die in die Folge aufgenommen wur- den, entstanden von Oktober 1921 bis zum Frühjahr 1922, mit klei- nen Korrekturen bis 1923. Hierzu schrieb sie im Dezember 1922 in einem Brief an Erna Krüger: «Ich bin mit der Holzschnittfolge zum Krieg fast fertig. […] Kein Mensch wird mutmassen, dass diese 7 Holzstöcke mittlerer Grösse eine langjährige Arbeit in sich schliessen und doch ist es so. Es steckt darin die Auseinanderset- zungmit demStück Leben, das die Jahre 1914–1918 umfassen, und diese vier Jahre waren schwer zu fassen.» Die hier vorhandene Ausgabe A auf Japan erschien als einzige in einer von der Künstlerin gestalteten Mappe. Es handelt sich dabei umFalzbeindrucke, die von der Hand abgezogen wurden. In dieser kompletten und einheitlichen Form ist das Werk äusserst selten. 1 3 2

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