Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026

1923. 7 Lithografien auf glattem Papier, lose in Originalkartonumschlag mit Collage, mit Titelblatt auf Papier mit Silberglanz. 45,8×36,5 cm, Mappen; je 45×35 cm, Blattgrösse. Auf der Rückseite des Umschlags mit der Nummer «16» als eines von 50 Exemplaren ausgewiesen. Enthalten sind: 1. Schnurrhut 2. Das Meer 3. Ein Nabel 4. Die Nabelflasche 5. Schnurruhr 6. Eierschläger 7. Arabische Acht Die ursprünglich grün-blaue Mappe insbesondere auf der Vorderseite stark verblasst undmit Verfärbungen, der äussere Laschenumschlagmit einem klei- nen Einriss. Das Titelblatt mit feinen Knicken in den linken Ecken oben und unten sowieminimen Abreibungen. DieMappe und Blätter mit Griffknicken imunteren Rand, die ersten Papieremit winzigen Stockflecken, insgesamt in guter Erhaltung Schätzung CHF 100000 * Werkverzeichnis Arntz 305–311 Provenienz Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, auf der Innenseite des Umschlags mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Ausstellungen Basel/Høvikodden 1975/1977, Kunstmuseum/Henie Onstad Kunstsenter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 276 Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 235 Nürnberg 1994/1995, Kunsthalle, Hans Arp, Kat. Nr. 26 Hans Arp und Kurt Schwitters lernten sich 1918 in Berlin kennen und wurden zu bedeutenden Persönlichkeiten der Dada- bzw. Merz-Bewegung. «Merz 5» ist die zweiteMappe des Merzverlages, die 1923 von Kurt Schwitters herausgegeben und typografisch gestaltet wurde. Während die erste Merz- mappe eigene Lithografien Schwitters enthält (siehe unser Los 851), konnte er für dieses Projekt Hans Arp gewinnen, mit dem er den Sommer in Sellin auf der Insel Rügen verbracht hatte. In einem Brief aus dem Jahr 1923 fingen Arp und seine Frau Sophie Taeuber-Arp die Atmosphäre dieses gemeinsamen Urlaubs ein, während dessen die Künstler «den ganzen Tag lang poetisierten, merzten und arpten». Der Umschlag und das Titelblatt für «Merz 5» wurden von Schwitters gestaltet, Arp trug die sieben Lithografien, die alle in Schwarz gedruckt sind, bei. Der Künstler hat in seinemdruckgrafischenWerk nur wenige Steindrucke geschaf- fen. Wilhelm F. Arntz erwähnt imWerkverzeichnis, dass es sich dabei meist um lithografische Varianten von Zeichnungen, Gouachen, Collagen oder Reliefs handelt. In den «7 Arpaden» vereint der Künstler sieben einzelne, abstrakt- organische Formen, die auf kongeniale und humorvolleWeise auf die gewähl- ten Titel Bezug nehmen. Mit ihnen fand der Künstler zu Beginn der 1920er-Jahre zu einer neuen visuellen, «biomorphen» Bildsprache. Die «ArpMappe» ist laut der Angabe im Impressum in 50 Exemplaren erschienen. Ein komplettes Exemplar wie das hier angebotene ist jedoch eine Seltenheit. 852 Hans Arp Strassburg 1886–1966 Basel Merz 5. Arp Mappe. Zweite Mappe des Merzverlages. 7 Arpaden von Hans Arp Hannover, Merzverlag [Kurt Schwitters], 1923

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