Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026

854 Max Ernst Brühl 1891–1976 Paris Fiat Modes – Pereat Ars. 8 Lithographien von Max Ernst Köln, Schlömilch-Verlag, 1919 1919. Lose Blätter in rot-braunemUmschlagmit blauemTiteletikett. Mit einer Folge von 8 Lithografien auf gelblich getöntem Maschi- nenpapier und 1 Titelblatt auf Velin. Je 43,6×31,8 cm, Blatt­ grösse; 45,7×33 cm, Mappe. Auf der Titelseite vomKünstler in Tinte signiert «max ernst» und nummeriert «16». Titelblatt mit Reiss­ nagellöchlein. DieGrafiken in sehr schönemZustand, teils mit Mon- tierungsresten auf der Rückseite. Blatt 2mit zwei Fehlstellen in den Ecken, Blatt 5 mit hinterlegtem Einriss oben in der Mitte, Blatt 8 mit Fehlstelle in der Ecke. Mappe mit Gebrauchsspuren und mit leicht verblasstem Umschlagdeckel. Schätzung CHF 80000 * Werkverzeichnis Spies/Leppien 7 Provenienz Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, auf der Innenseite des Umschlags mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Ausstellungen Basel/Høvikodden 1975/1977, Kunstmuseum/HenieOnstad Kunst- senter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 277 Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahr- hunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 236 «Fiat Modes – Pereat Ars» (deutsch etwa: Möge Mode entstehen, möge Kunst vergehen) ist Max Ernsts erstes lithografisches Mappenwerk. Laut Spies/Leppien entstand es als Auftrag der Köl- ner Stadtverwaltung. Es sei das einzig bekannte dadaistische Kunstwerk, das eine öffentliche Institution als Auftraggeber hat. Wegen Schwierigkeiten mit der Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler habe Max Ernst die Mappe jedoch bald für den fiktiven Schlömilch-Verlag übernommen. Als eine Huldigung an Giorgio de Chirico versammelte Ernst in den acht Blättern Bilder aus seinem eigenen neuen Repertoire alltäg- licher Motive und verknüpfte diese mit visuellen Anspielungen auf Francis Picabia, Carlo Carrà und de Chirico selbst. Die Auflage der Mappe ist nicht bekannt. Eine Anzeige in der Zeit- schrift Der Strom nennt 60 Exemplare. Das offen antibürgerliche Werk fand weder bei den üblichen Sammlern noch bei den Unter- stützern der Dada-Bewegung Käufer und war ein kommerzieller Misserfolg. Später hat Max Ernst den grössten Teil der Auflage vernichtet.

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