Auktion 294: Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Gudrun und Martin Fritsch 10.9.2026

Gudrun und Martin Fritsch haben sich über Jahrzehnte hinweg mit aussergewöhnlicher Hingabe der Erforschung, Sammlung und Vermittlung des Werks von Käthe Kollwitz gewidmet. Mit ihrem grossen Engagement haben sie entscheidend dazu beigetragen, Leben undWerk der Berliner Künstlerin einer breitenÖffentlichkeit zugänglich zumachen. Aus einer privaten Sammelleidenschaft erwuchs ein aussergewöhnliches Lebens- werk, das weit über Berlin hinaus Wirkung entfaltet hat. Gudrun Fritsch (geb. Heinze) wurde in Berlin geboren. Sie studierte Geschichte, Germa- nistik und Pädagogik, bevor sie sich der Son- derpädagogik und Klinischen Psychologie zuwandte. Ein Fulbright-Stipendium führte sie in die Vereinigten Staaten, wo sie 1978 promovierte. Nach Tätigkeiten in Wissen- schaft und Lehre sowie im Bundesministe- rium für Bildung undWissenschaft kehrte sie nach Berlin zurück und arbeitete als Schul- psychologin. Parallel dazu widmete sie sich intensiv der Kunstgeschichte und schloss ihr Magisterstudium an der Humboldt-Univer- sität mit einer Arbeit zumThema «Käthe Koll- witz und Russland» ab. Martin Fritsch, ebenfalls in Berlin geboren, absolvierte ein Studium der Betriebswirt- schaft und war zunächst in leitenden Funk- tionen bei AEG und Siemens tätig. Später wandte er sich dem Kunsthandel zu und arbeitete eng mit dem Berliner Künstler, Kunsthändler und Sammler Hans Pels-Leus- den zusammen. Darüber hinaus war er im Auktionshaus Villa Grisebach engagiert. Mit der Gründung des Käthe-Kollwitz-Muse- ums Berlin im Jahr 1986 schufen Gudrun und Martin Fritsch gemeinsam mit Hans Pels- Leusden einen Ort, der sich ganz demWerk der Künstlerin widmet. Während Martin Fritsch das Museum über viele Jahre als Direktor leitete, verantworteteGudrun Fritsch die wissenschaftliche Arbeit als Kuratorin, Publizistin und Vorsitzende des Freundes- kreises. Zahlreiche Ausstellungen, Publika- tionen und internationale Kooperationen machten das Haus zu einer der führenden Institutionen für die Erforschung und Präsen- tation des Schaffens von Käthe Kollwitz. Die gemeinsame Begeisterung der Eheleute Fritsch für Käthe Kollwitz, der persönliche Kontakt zu den Nachfahren der Künstlerin sowie zahlreiche Erwerbungen auf dem internationalen Kunstmarkt und bei Auktio- nen – darunter regelmässig auch beimAuk- tionshaus Kornfeld in Bern – bildeten die Grundlage für den Aufbau einer der bedeu- tendsten privaten Kollwitz-Sammlungen. Die Sammlung Fritsch spiegelt nicht nur eine aussergewöhnliche Kennerschaft wider, sondern auch die tiefe persönliche Verbun- denheit mit der Künstlerin und ihren huma- nistischen Idealen. Für dieses langjährige Wirken wurden Gudrun und Martin Fritsch 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2011 mit der Bürgermedaille des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf geehrt. Noch vor zwei Jahren konnte die Sammlung umein neues Blatt (Los 923) ergänzt werden. Gleichzeitig reifte bei Gudrun und Martin Fritsch die Überzeugung, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei, ihre Sammlung in neue Hände zu geben. Damit verbinden sie denWunsch, dass dieWerke weiterhinMen- schen bewegen und die künstlerische Kraft von Kollwitz auch künftig ihre Wirkung ent- falten kann. Mit dem Auktionshaus Kornfeld verbindet das Sammlerpaar eine über viele Jahre gewachsene Beziehung. ZahlreicheWerke wurden in Bern erworben, getragen von der langjährigen persönlichen Nähe zu Eber- hard W. Kornfeld und seinem Haus. Es war auch Ebi Kornfeld, der den Anstoss gab, gezielt Selbstporträts zu erwerben. Daher erfüllt es uns mit besonderer Freude und Dankbarkeit, diese mit den vielen Selbst- porträts aussergewöhnliche Sammlung in einem eigenen Sonderkatalog vorstellen zu dürfen. Die Sammlung ist nicht nur ein bedeutendes Kapitel der Kollwitz-Rezep- tion, sondern zugleich das eindrucksvolle Vermächtnis zweier Menschen, die ihr Leben in den Dienst einer der grössten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gestellt haben. Käthe Kollwitz – Meisterwerke aus der Sammlung Gudrun und Martin Fritsch Selbstbildnis, en face, um 1892, Detail Los 903

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ4OTU=