Auktion 294: Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Gudrun und Martin Fritsch 10.9.2026
1893. Bleistift über schwarzer, gelber und weisser Kreide auf grau-braunem Tonpapier. 47×65,5 cm. Unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert «Kollwitz». Vereinzelte Reissnagellöcher. Rückseitig Spuren alter Montierungen. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 125000 * Werkverzeichnis Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, Nr. 99 Provenienz Slg. Salman Schocken, Berlin/Jerusalem, versteigert bei Auktion Dr. Ernst Hauswedell, Hamburg, 5. Juni 1967, Los 712, dort erworben von Galerie Michael Neumann, Düsseldorf, dort 1988 erworben von Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin Literatur Tom Fecht, Käthe Kollwitz, Das farbige Werk, Berlin 1987, Abb. 104 Catherine Krahmer, Käthe Kollwitz, Tenero 1992, S. 16 Käthe Kollwitz, Zeichnung, Grafik, Plastik, Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz- Museums Berlin, hrsg. von Martin Fritsch, bearbeitet von Annette Seeler, mit Beiträgen von Annette Seeler und Werner Timm, Leipzig 1999, Kat. Nr. 12 Hommage an Käthe Kollwitz, hrsg. vonMartin Fritsch, mit Beiträgen von Annette Seeler und Gudrun Fritsch, Leipzig 2005, S. 44/45 Ausstellungen Berlin 1987, Elefanten Press Galerie, Käthe Kollwitz, Das farbigeWerk, Kat. Nr. 41 Berlin 1988, Käthe-Kollwitz-Museum, Käthe Kollwitz und Paul Holz, Zeichnun- gen und Graphiken zur europäischen Literatur, S. 7 Wiesloch 1995, Kunstkreis Südliche Bergstrasse-Kraichgau e. V., Kulturhaus, Käthe Kollwitz, Meisterwerke aus dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, S. 57 Ibaraki/Niigata/Himeji/Kumamoto/Machida 2005/2006, Tsukuba Museum of Art/Prefectural Museumof Modern Art/CityMuseumof Art/Prefectural Museum of Art/City Museum of Graphic Arts, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 163 «Es gab eine Vereinigung, die einigeMädchen unserer Klasse zusammenführte mit Otto Greiner, Alexander Oppler, Gottlieb Elster. Für diese Abende wurde ein Thema gestellt. So besinne ich mich auf das Thema ‹Kampf›. Ich wählte die Szene aus Germinal [Roman von Émile Zola], wo in dem verrauchten Lokal um die junge Kathrin von zwei Männern gekämpft wird. Diese Komposition wurde anerkannt. Zum ersten Mal fühlte ich mich bestätigt auf meinemWege, grosse Perspektiven öffneten sich meiner Phantasie, und die Nacht war schlaflos vor Glückserwartung», schrieb Kollwitz über ihre Studienzeit in München in ihr Tagebuch. Zurück in Königsberg besuchte sie vormittags Hafenkneipen wie das «Schiffchen», um Interieurstudien zu betreiben. Émile Zolas Roman «Ger- minal» beschäftigte sie weiterhin, schliesslich entstand 1893 auch eine Radie- rung zumThema (Knesebeck 19). Das vorliegende Blatt ist eine andere Version des Themas, das noch stark von Genrebildern beeinflusst ist. Wohl entnimmt Kollwitz das Motiv der literarischen Vorlage, doch schon spürt man in der ein- zigartigen Bildsprache das Interesse an sozialkritischen Motiven, für die die Künstlerin in die Kunstgeschichte eingehenwird. Eine sehr schöne, frühe Arbeit. 905 Käthe Kollwitz Königsberg 1867–1945 Moritzburg Kampf in der Kneipe
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