Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026
201 Jankel Adler Lodz 1895–1949 London Kubistische Komposition 1928. Öl und Bleistift über mit Sand grundiertem festemPapier, auf Karton aufgezogen. 37×28 cm. Oben links vom Künstler in Tusche signiert «Adler». Blatt mit leichten Krakelüren, Ränder etwas unregelmässig, rückseitig mit Montierungsresten. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 7500* Werkverzeichnis Heibel 70. Provenienz Slg. Maria Sichtermann-Wernze (1907–2000), Düsseldorf. Auktion Dr. Andreas Sturies, Düsseldorf, 6. Mai 2006, Los 3, dort erworben von Galerie Renée Ziegler, Zürich. Auktion Grisebach, Berlin, 31. Mai 2008, Los 215. Internationale Privatsammlung. Jankel Adler wurde 1895 in Polen geboren und im Geiste des chassidischen Juden- tums erzogen. 1914 übersiedelte er nach Deutschland, wo er insbesondere imRhein- land alsMaler undGrafiker wirkte. Seine Freundschaftenmit Künstlerpersönlichkeiten wie Paul Klee, Else Lasker-Schüler undOtto Dix zeugen von seiner engen Vernetzung und seiner bedeutenden Stellung innerhalb der Künstlerkreise der internationalen Moderne. Als politisch engagierter Künstler sah sich Adler 1933 gezwungen, Deutsch- land zu verlassen. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Exil in England, wo er 1949 starb. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet sein Werk zunächst weitgehend in Vergessenheit. Heute erfährt es jedoch eine zunehmende Anerkennung undwird als bedeutender Beitrag zur internationalen Moderne sowie als Bindeglied zwischen ihren unterschiedlichen Strömungen gewürdigt. 202 Cuno Amiet Solothurn 1868–1961 Oschwand Stehender Akt, Hilda Trog Um 1911. Aquarell auf festem Aquarellpapier. 28,7×22,6 cm. Unten rechts vom Künstler monogrammiert «CA». Farbfrische, tadellose Erhaltung. Schätzung CHF 8000 Provenienz Slg. Curt Blass, Leipzig/Zürich. Privatsammlung Schweiz, versteigert bei Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 21. Juni 2001, Los 154, dort betitelt «Grety als Akt, in ganzer Figur», dort erworben von Privatsammlung Schweiz. Hilda Trogwar die Tochter des Kunstkritikers Hans Trog (1864–1928), der für die Neue Zürcher Zeitung schrieb. Die Familien Trog und Amiet waren befreundet und so ver- brachte Hilda diverse Ferienaufenthalte bei der Familie Amiet. Cuno Amiet schuf zwischen 1911 und 1916 diverse Aktdarstellungen von Hilda. Charakteristisch sind Hildas rote Haarschleifen, die sie auch in späteren Ölgemälden trägt. 203 Cuno Amiet Solothurn 1868–1961 Oschwand Frau Amiet im Garten 1952. Öl auf Leinwand. 97× 146 cm. Unten rechts vom Künstler monogrammiert «CA/52». Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. Unten in der Mitte an einer kleinen Stellemit aufgeplatztemFarbauftrag. In stabiler und farbfrischer Erhaltung. Schätzung CHF 20000 Werkverzeichnis Online-Werkkatalog Cuno Amiet des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft, Zürich, Nr. 1952.04. Eigenhändige Bestätigung des Künstlers, datiert vom 20. Mai 1961, liegt vor. Provenienz Atelier des Künstlers, dort 1961 erworben von Privatsammlung Schweiz. Auktion Dobiaschofsky, Bern, 23. Oktober 1970, Los 3, dort erworben von Privat- sammlung Schweiz. Das Gemälde ist eines der letzten Porträts von Anna Amiet (1874–1953), der Ehefrau des Künstlers. Es stellt sie lesend in ihrem geliebten und von ihr liebevoll gepflegten Garten auf der Oschwand dar. Das Ehepaar bezog 1908 das vom Architekten Otto Ingold erbaute Haus mit dem grossen, ebenfalls von ihm konzipierten Garten. Durch seine spezielle Innengestaltung bildete das Gebäude zusammenmit demGarten ein Gesamtkunstwerk. Die Oschwand wurde bald zu einem Treffpunkt der internatio nalen Kunstszene.
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