Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026
204 Cuno Amiet Solothurn 1868–1961 Oschwand Selbstbildnis – Selbstporträt an der Staffelei 1918. Öl auf Leinwand. 60×55 cm. Unten links vomKünstler monogram- miert und datiert «CA/18». Auf dem originalen Chassis und in der alten Nagelung. Tadellos und farbfrisch in der Erhaltung. Schätzung CHF 25000* Werkverzeichnis Müller/Radlach 1918.01. Im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Zürich als eigenhändige Arbeit vonCuno Amiet unter der Archivnummer 37839 registriert. Archivauszug, datiert vom 10. April 2012, liegt vor. Provenienz Galerie Moos, Genf, 1918. Privatsammlung Schweiz, ver- steigert bei Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 20. Juni 2014, Los 4, dort erworben von Kunsthandel Schweiz. Ausstellung Langenthal 1994, Kunsthaus, Cuno Amiet, Ein Leben in Selbstbildnissen, Kat. Nr. 56. Der Künstler porträtiert sich in seinem Atelier an der Staffelei, im Jahr seines 50. Geburtstags. Cuno Amiet schuf zahlreiche Selbstdarstellun- gen, allerdings unterscheidet sich das vorliegendeWerk von diesen. Die frontale Ansicht ist selten; halb abgewendete Selbstdarstellungen domi- nieren Amiets Schaffen. 205 Cuno Amiet Solothurn 1868–1961 Oschwand Kirche im Winter Um 1907. Öl auf Malkarton. 23,5×18,5 cm. Unten links vom Künstler monogrammiert «CA». In sehr guter und farbfrischer Erhaltung. Schätzung CHF 20000 Werkverzeichnis Müller/Radlach 1907.41. Provenienz Privatsammlung Schweiz. Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der Kirche imWinter wie auch bei ihrem Pendant, der Kirche im Sommer (Werkkatalog Nr. 1907.47), um die Kapelle in Prégny-Grand-Saconnex bei Genf, die 1905 von dem Genfer Architekten Edmond Fatio (1871–1951) errichtet wurde und damals als besonders gutes Beispiel einer kleinenmodernen Schweizer Kirche galt. Der etwas schematisch anmutende pointillistische Duktus könnte eine Entstehung der beiden Bilder in die Anfangszeit dieser Stilepoche Cuno Amiets, bereits ab 1905, nahelegen. Aus diesem Zeitraum ist uns indes- sen keine Reise des Künstlers nach Genf bekannt, die diese Vermutung stützen würde. Zudem publizierte das Organ des Schweizer Heimat- schutzes im Jahr 1907 eine Fotografie der Kirche aus einem mit den beiden Gemälden von Amiet fast identischen Blickwinkel. Sollte diese Aufnahme dem Künstler als Vorlage gedient haben, könnte er die Bilder nicht vor 1907 gemalt haben.
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