Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

210 Albert Anker 1831 Ins 1910 Das Haus des Malers in Ins Um 1887. Aquarell auf festem Velin. 24×9,7 cm. Unten rechts vom Künstler signiert «Anker». Blatt minimgebräunt, mit leichten Lichträndern, rückseitigmit Montierungs- resten. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 12000 Provenienz  Privatsammlung Schweiz, versteigert bei Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 16. Juni 2016, Los 158, dort erworben von Privatsammlung Schweiz. Literatur  Hans A. Lüthy, Albert Anker, Aquarelle und Zeichnungen, Zürich 1989, S. 118. Ausstellung  Martigny 2003/2004, Fondation Pierre Gianadda, Albert Anker, Kat. Nr. 77. Albert Anker hat seinWohnhaus in Ins immer wieder in Aquarellstudien festgehalten. Diese Arbeiten vermitteln einen unmittelbaren Eindruck seines persönlichen Umfelds und zeugen von seinem wachen Blick für die Schönheit des Alltäglichen. Der cha- rakteristische halbrunde Trittstein vor demHaus ist bis heute erhalten geblieben und stellt eine reizvolle Verbindung zwischen demhistorischenMotiv und der gegenwär- tigen Situation her. Zwar hat das Gebäude im Laufe der Zeit einige kleinere Verän- derungen erfahren, sein ursprünglicher Charakter ist jedoch weiterhin gut erkennbar. Das bemerkenswerte kleine Hochformat konzentriert den Blick gezielt auf die Laube und die markanten Dachbalken. Durch den ungewöhnlichen Bildausschnitt entsteht eine eindrucksvolle räumliche Wirkung, welche die architektonischen Details besonders her- vorhebt. Die lockere, spontane Aquarelltechnik verleiht der Darstellung Frische und Leben- digkeit und lässt zugleich die enge Verbundenheit des Künstlers mit seinem Zuhause erkennen. So wird das Blatt nicht nur zu einer architektonischen Studie, sondern auch zu einem persönlichen Zeugnis von Ankers Beziehung zu seinem Wohn- und Lebensraum. 211 Hans Arp Strassburg 1886–1966 Basel Papiers déchirés et colorés 1946. Aquarell undCollage auf festemVelin, auf Bütten aufgezogen. 35×25 cm. Unten links vom Künstler in Bleistift signiert «Arp». Blatt etwas gewellt, mit Atelierspuren. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 15000* Provenienz  Vom Künstler 1962 als Geschenk an Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellungen  Bern 1962, Kornfeld und Klipstein, Hans Arp, Zeichnungen und Collagen, Papiers déchirés und Reliefs, Kat. Nr. 121. Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg.Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 230. UnsereCollage aus zerrissenen, blau und gelb eingefärbten, braunen und schwarzen Papierstücken verkörpert die dadaistischen Forderungen an die neue Kunst auf beste Weise. Dazu gehören beispielsweise das Ins-Zentrum-Rücken von Zufälligkeiten im künstlerischen Schaffensprozess, die Provokation mittels neuer Ausdrucksformen und die Ablehnung reiner Ästhetik und Harmonie. Nach Aussagen von Zeitgenossen Hans Arps schuf der Künstler seine Collagen, indem er Papier in Stücke riss, diese auf den Boden des Ateliers fallen liess und die Fetzen in der Anordnung aufklebte, in der diese zufällig gelandet waren. Die Kontrolle überliess Arp somit dem Zufall der Schwerkraft, anstatt die Blattseiten nach seinem eigenen Entwurf zu gestalten. Hans Arp und seine Künstlerfreunde befreiten die Kreativität vom rationalen Denken und von den etablierten Konventionen. Das relativ geordnete Erscheinungsbild des vor- liegenden Werks lässt erahnen, dass der Künstler die Kontrolle über den Schaffens- prozess doch nicht vollständig aufgegeben hatte. 212 Hans Arp Strassburg 1886–1966 Basel Le clou dans l’œuf 1963. Bronze auf Duraluminium. 19,3×17,3 cm. Verso geritzt signiert und darüber nummeriert «ARP 1/5». Mit feinen Kratzspuren. Schöne dunkle Patina. Insgesamt ausgezeichnet in der Erhaltung. Rückseitig mit Hängevorrichtung. Schätzung CHF 7500* Werkverzeichnis  Rau 742. Provenienz  PrivatsammlungNewYork, versteigert bei AuktionGalerie Kornfeld, Bern, 19. Juni 1991, Los 168, dort erworben von Internationale Privatsammlung. Bernd Rau weist in seinem Werkverzeichnis sechs Exemplare nach, wobei sich das Exemplar 0/5 in der Fondation Arp in Clamart befindet. Das Relief steht im Zusam- menhang mit der «Découpage No. 29». Von grosser Seltenheit.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ4OTU=