Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

263 Edgar Degas 1834 Paris 1917 Mademoiselle Bécat aux Ambassadeurs 1877/1878. Lithografie auf Velin. 20,4×19,4 cm, Darstellung; 34,8×27 cm, Blattgrösse. Unten rechts mit dem roten Stempel der Vente Degas «Atelier Ed. Degas», daneben bezeichnet «CollectionG. Viau». Blatt leicht knittrig, mit Einrissen, am oberen Rand teilweise geklebt, am unteren Rand leichter Papierverlust, unten linksmit hinterlegtemEinriss, rückseitig mit Montierungsresten. In guter Erhaltung. Schätzung CHF 40000* Werkverzeichnisse  Reed/Shapiro 31. Delteil 49. Adhémar/Cachin 42. Provenienz  Auktion Galerie Manzi-Joyant, Vente Degas, Estampes, Paris, 22.-23. November 1918, aus Nrn. 115–128. Slg. George Viau, Paris, verkauft aus dessen Nachlass 1943 an Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig auf der Unterlage mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellungen  Basel/Høvikodden 1975/1977, Kunstmuseum/Henie Onstad Kunstsenter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 53. Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/ Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 60. Manchester/Cambridge 1987, Whitworth Art Gallery/FitzwilliamMuseum, The Private Degas, Kat. Nr. 55. Paris/Tokyo 1988, Grand-Palais/Musée national d’Art occidental, Le Japonisme, Kat. Nr. 451. Zürich/Tübingen 1994/1995, Kunsthaus/Kunsthalle, Degas, Die Portraits, Kat. Nr. 137. Vevey 1998, Musée Jenisch, Degas et Pissarro, Kat. Nr. 33. Baden 2001, Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown, Graphik des Impressionismus, Kat. Nr. 69. Vevey 2001, Musée Jenisch, La gravure impressionniste, Kat. Nr. 69. Hamburg 2009, Kunsthalle, Edgar Degas, Intimität und Pose, Kat. Nr. 74. Karlsruhe 2014/2015, Staat- liche Kunsthalle, Edgar Degas, Klassik und Experiment, Kat. Nr. 60. Beimvorliegenden Blatt handelt es sich umeine der bekanntesten druck- grafischen Arbeiten von Edgar Degas. Es verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise die technische Meisterschaft, die der Künstler im Bereich der Lithografie erlangt hatte. Degas zeigt alle Formen natürlicher und künst- licher Beleuchtung, die in einer nächtlichen Szene vorkommen können: Ein grosser Gaslaternenpfahl, eine Gruppe von Gaslaternen und eine Lichterkette sind rechts zu sehen und spiegeln sich zusammenmit einem markanten hängenden Kronleuchter im Spiegel links hinter der Dar­ stellerin. Am dunklen Himmel scheint der Mond durch die Bäume der Champs-Élysées, während Feuerwerke Lichtstrahlen herabregnen lassen. Sogar ein kleiner Lichtfleck ist imOrchestergraben zu erkennen. Darüber hinaus kommt Degas’ charakteristischer Einsatz von reflektier- tem Rampenlicht in der Figur der Sängerin deutlich zum Ausdruck, die von unten hell beleuchtet wird. Emélie Bécat, die Star-Darstellerin im Café des Ambassadeurs und im Alcazar d’Eté, wurde von Degas in vier Lithografien festgehalten, von denen dieses Blatt am weitesten ausgearbeitet ist. In der schlanken Gestalt der Bühnendarstellerin mit ihren erhobenen, weit ausgestreck- ten Armen hat Degas die individuelle Erscheinung der Interpretin her- vorragend eingefangen.

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