Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

270 James Ensor 1860 Ostende 1949 Diables rossant anges et archanges 1888. Radierung, koloriert, auf imitiertem Japanpapier. 26,1×30,2 cm, Plattenkante; 31,9×47,8 cm, Blattgrösse. Unten rechts unterhalb der Darstellung vom Künstler in Bleistift signiert und datiert «James Ensor 1888», links bezeichnet «Diables battant anges et archanges», unten rechts dediziert. Die äussersten Ecken minim berieben, mit leichtem Lichtrand, insgesamt in sehr schöner Druckqualität und guter Erhaltung. Schätzung CHF 25000* Werkverzeichnisse  Tricot 28. Elesh 23. Taevernier 23. Provenienz  Slg. Emma Lambotte (1876–1963), Wilrijk. Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellung  Salzburg 1984, Rupertinum, Von Goya bis Warhol, Meis- terwerke der Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts aus einer Privat- sammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 121b. James Ensor war der Sohn eines englischen Vaters und einer belgischen Mutter und verbrachte fast sein ganzes Leben in der Hafenstadt Ostende. SeineMutter betrieb dort ein Kuriositätengeschäft mit Karnevalsmasken. DieseMasken und andere skurrileGegenstände aus demGeschäft soll- ten EnsorsŒuvre prägen. Radierungen waren sein bevorzugtes druck- grafischesMedium, und er steigerte die Dramatik der Kompositionen oft durch eine verblüffende Handkolorierung. Das vorliegende Blatt bezieht sich auf das Gemälde «Der Fall der rebellierenden Engel» von Pieter Bruegel (Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel), die Radierung «Die Versuchung des heiligen Antonius» von Jacques Callot sowie die ausgeprägt fantastische Ikonografie von Ensors flämischem Vorfahren Hieronymus Bosch. 271 Max Ernst Brühl 1891–1976 Paris La brebis galante Illustrationsvorlage zu Benjamin Péret, Max Ernst, «La brebis galante», Paris 1949 1949. Collage und Tusche auf festemVelin. 27,6×22,2 cm. Unten rechts vom Künstler in Tinte signiert «Max Ernst», rückseitig beschriftet «10 la Brebis Gal(ante) 6 (après chap. 6)». Rückseitig mit Montierungsresten. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 15000* Werkverzeichnis  Spies/Metken 2716. Provenienz  Slg. Benjamin Péret, Paris. Slg. Robert Schnell, Zürich. Auk- tion Klipstein & Kornfeld, Bern, 24. Mai 1962, Los 55, dort erworben von Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Literatur  Benjamin Péret, Max Ernst, La brebis galante, Paris 1949, vgl. S. 51. Werner Spies, Max Ernst, Collagen, Inventar und Widerspruch, Köln 1975, vgl. Abb. 47. Winfried Konnertz, Max Ernst, Zeichnungen, Aquarelle, Übermalungen, Frottagen, Köln 1980, Nr. 128. Ausstellungen  Bern 1956, Kunsthalle, Max Ernst, Kat. Nr. 83. Genf 1970, Musée d’art et d’histoire, Max Ernst, Œuvre gravé, Kat. Nr. 123. Tübin- gen/Bern 1988/1989, Kunsthalle/Kunstmuseum, Max Ernst, Collagen, Kat. Nr. 232. Bern 1989, Kunstmuseum, VonGoya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. EberhardW. Kornfeld], Kat. Nr. 172. Basel 2007/2008, MuseumTinguely, Max Ernst, Abb. S. 172. Bern 2016/2017, Zentrum Paul Klee, Paul Klee und die Surrealisten, Kat. Nr. 64. «La brebis galante» (zu Deutsch: «Das kokette Schaf») ist ein 1949 ver- öffentlichtes Künstlerbuch, das in der Zusammenarbeit mit dem Dichter Benjamin Péret entstand. Ernst illustrierte das surrealistische Opus mit Farbradierungen, die fantastische, traumartige Wesen darstellen. Das Werk gilt als bedeutendes Beispiel surrealistischer Buchkunst. Max Ernst, einer der vielseitigsten Künstler der Moderne, ein Revolutionär des Sehens und ein Pionier des Surrealismus, zeigt mit der vorliegenden Collage, wie innovativ und kreativ er sein konnte, aber auch wie überra- schend und irritierend.

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