Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

272 Max Ernst Brühl 1891–1976 Paris Nature morte 1924. Aquarell, Bleistift und Frottage über Lithografie auf festem Velin. 19,2×22,8 cm. Unten rechts vomKünstler in Bleistift signiert «max ernst», links betitelt «nature morte». Das Papier mit leichten Verfärbungen und Fleckchen sowie Lichtrand. Die Farben in schöner Erhaltung. Rückseitig mit Spuren alter Montierungen. Schätzung CHF 40000* Werkverzeichnis  Expertise von Dr. Jürgen Pech, datiert vom28. August 2014, liegt in Kopie vor. Das Werk wird unter der Arbeitsnummer 85 in den in Vorbereitung befindlichen Supplementband des Werkverzeich- nisses erfasst. Provenienz  Galerie Heinz Berggruen, Paris. Privatsammlung Turin. Slg. Solange-Dreyfus, Paris. Dr. Ewald Rathke Kunsthandel, Frankfurt am Main, dort erworben von Privatsammlung Deutschland. Die «Nature morte» gehört zu den Arbeiten Max Ernsts, in denen er sich mit der Aneignung und Überarbeitung vorgefundener Druckvorlagen auseinandersetzte. Dieses Verfahren entwickelte er bereits seit 1919 im Dada-Kontext und führte es in den 1920er-Jahren weiter aus. Durch diese Überarbeitungen löste er die ursprüngliche Darstellung, hier wohl ein naturalistisches Stillleben, aus ihrem traditionellen Kontext und über- führte sie in eine eigenständige, surrealistisch geprägte Bildsprache. Das Werk dokumentiert Exemplarisch Ernsts frühes Interesse an der Verfremdung und poetischen Neubedeutung bestehender Bildwelten. Er schafft aus Erdbeeren zwei «Erdbeerbündel», wie sie in der Natur nicht vorkommen, und integriert sie in eine angedeutete Landschaft. Eine wunderbar poetische und gleichzeitig surreale Arbeit.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ4OTU=