Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026
276 Lyonel Feininger 1871 New York 1956 Gelmeroda 15. Juli 1906. Bleistift auf Zeichenpapier mit Wasserzeichen «DEUTSCHES BRIEFPAPIER». 28×21,4 cm. Unten links vom Künstler bezeichnet und datiert «Gelmeroda/Sonnt. d. 15. Juli, 1906», rückseitig mit dem Nachlassstempel «Feininger/Estate». Mit mehreren kleinen Einrissen an den Rändern, teilweise hinterlegt, mit Knittern im linken Rand unten. Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung. Insgesamt in guter Erhaltung. Schätzung CHF 5000* Provenienz Nachlass des Künstlers. Privatsammlung Schweiz, dort 1988 erworben von Galerie Kornfeld, Bern, dort erworben von Internationale Privatsammlung. Ausstellung Halle/Wuppertal 1995, Staatliche Galerie Moritzburg/Von der Heydt- Museum, Lyonel Feininger, Gelmeroda, Ein Maler und sein Motiv, Kat. Nr. 63. Das Motiv «Gelmeroda» begleitete Feiningers Schaffen fast fünfzig Jahre lang. Ins- besondere die Dorfkirche mit ihrem markanten Turm machte er immer wieder zum Gegenstand seiner Ansichten. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine der ersten Zeichnungen, die er von diesem Sujet geschaffen hat. 278 Paul Gauguin Paris 1848–1903 Hiva-Oa (Marquesas) Étude de nu Um 1896. Durchdruckzeichnung in Ölfarbe auf dünnem Japan. 23,6× 16,2 cm, unregelmässige Ränder. Blatt mit leichten Lichträndern, untere rechte Ecke mit minimem Papierverlust, oben links kleiner hinterlegter Einriss, rückseitig mit Montie- rungsresten. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 12000 Werkverzeichnis Echtheitsbestätigung und Bestätigung der Aufnahme in den geplan- ten Werkkatalog der Zeichnungen von Paul Gauguin durch das Wildenstein Institut in Paris, datiert vom 11. Dezember 2006, unterzeichnet von Guy Wildenstein, liegt vor. Provenienz Privatsammlung Frankreich. AuktionGalerie Kornfeld, Bern, 16. Juni 2016, Los 259, dort erworben von Privatsammlung Schweiz. Die acht weiblichen Aktstudien, die vermutlich nach demselben Modell entstanden, variieren in Haltung, Bildausschnitt und Perspektive. Diese serielle Herangehensweise ist charakteristisch für Gauguins zeichnerisches Werk und verdeutlicht sein Interesse an der Erforschung unterschiedlicher Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb einesMotivs. Die vorliegende Durchdruckzeichnung auf einer mit schwarzbrauner Ölfarbe präpa- rierten Unterlage, die auf der einen Seite eine Bleistiftzeichnung und auf der anderen eine Ölpause zeigt, veranschaulicht eindrucksvoll Gauguins Bestreben nach einer reduzierten, ursprünglichen Bildsprache. Sie spiegelt seine Suche nach einer Kunst wider, die sich bewusst von den Konventionen der westlichen Tradition löst und neue, elementare Ausdrucksformen erschliesst. 277 Lyonel Feininger 1871 New York 1956 Windmühle 1906. Lithografie auf dünnemJapanbütten. 26,5×20,1 cm, Darstellung; 33,7×23,9 cm, Blattgrösse. Unten links vom Künstler in Bleistift signiert, datiert und bezeichnet «Lyonel Feininger/1906/Probedruck!». In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 7500* Werkverzeichnis Prasse L 3. Provenienz Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Feiningers Interesse für grafische Arbeiten wurde durch die Berliner Künstlerin und spätere Ehefrau Julia Berg geweckt, die er 1905 kennenlernte. Imdarauffolgenden Jahr entstanden Feiningers erste druckgrafische Blätter, drei Lithografien, zu denen auch die vorliegende Arbeit gehört. Seine Begeisterung für die Steindrucke sowie das Sujet der Windmühle bringt Feininger in einemBrief an Julia Berg zumAusdruck:»[…] und das ist mir auch als Symbol der Mühle aufgefallen, die ich Dir schenkte. Die Mühle steht für Fleiss […] je mehr der Wind der Opposition bläst, desto besser geht sie, die liebe Mühle […] ich habe eben den Stein mir angesehen…die Lithographie verdanke ich Dir.» Eine seltene, frühe druckgrafische Arbeit des Künstlers.
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