Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026

349 Ernst Ludwig Kirchner Aschaffenburg 1880–1938 Davos Der Skisprung 1927. Holzschnitt auf festem Velin. 41,5×33,8 cm, Druckstock; 44,3×42 cm, Blatt­ grösse. Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert «E L Kirchner», links eigenhän­ dig bezeichnet und datiert «Eigendruck 27». In tadelloser Druckqualität, mit einzelnen Stockfleckchen am äusseren Papierrand. Rückseitig mit Spuren einer alten Montie­ rung. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 15000* Werkverzeichnis  Gercken 1558/III (v. IV), dort erwähntes Exemplar. Provenienz  Privatsammlung Deutschland als Dauerleihgabe im Kirchner Museum Davos. Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 16. September 2021, Los 334, dort erworben von Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Die hier abgebildete Bolgenschanze war in den 1920er-Jahren einer der bedeutends­ ten Orte für das Skispringen in der Schweiz. Das offizielle Einweihungsspringen auf dieser ersten Sprungschanze des Ski Clubs Davos fand schon am Vormittag des 28. Februar 1909 statt, verfolgt von über 1200 Zuschauern. Siewurde bis in die 1950er- Jahre genutzt und später abgebrochen. Gercken sind von diesem Zustand der vorliegenden Grafik lediglich sechs Exemplare bekannt. Zum selbenMotiv entstand 1927 das Ölgemälde «Skispringer» (Gordon 867). 350 Ernst Ludwig Kirchner Aschaffenburg 1880–1938 Davos Flusslandschaft mit Kran und Schleppzug (Schlepper am Rhein) 1927. Farbholzschnitt von 3 Stöcken in Schwarz (Zeichnungsstock), Grün undOrange auf Japan. 10,5×17,2 cm, Druckstock; 16,5×25,3 cm, Blattgrösse. Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert «E L Kirchner». Mit wenigen Knittern und Atelierspuren. Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung. In farbfrischer Erhaltung. Schätzung CHF 6000* Werkverzeichnis  Gercken 1610, dort erwähntes Exemplar. Provenienz  Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellung  Basel 1979/1980, Kunstmuseum, Ernst Ludwig Kirchner, Nachzeichnung seines Lebens, Katalog der Sammlung von Werken von Ernst Ludwig Kirchner im Kirchner-Haus Davos, Kat. Nr. 166. Ein seltener Farbholzschnitt Kirchners, der als Beilage zur nicht erschienenen Vorzugsausgabe Gustav Schieflers «Die Graphik Ernst Ludwig Kirchners» aus dem Jahr 1931 gedacht war. 351 Ernst Ludwig Kirchner Aschaffenburg 1880–1938 Davos Maler und Modell 1934. Holzschnitt auf Japanbütten. 50×37 cm, Druckstock; 59,3×44,4 cm, Blatt­ grösse. Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert «E. L. Kirchner», links bezeich­ net «Eigendruck», rückseitig mit dem Basler Nachlassstempel und der Bezeichnung «H Da/Bg 6III». Mit leichtem Lichtrand und horizontaler Mittelfalte, rückseitig im Schwarz stark durchgeschlagen undmit Spuren einer altenMontierung. In sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 14000* Werkverzeichnis  Gercken 1734/II, dort erwähntes Exemplar. Provenienz  Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b. Ausstellungen  Bern 1980/1981, Galerie Kornfeld, Ernst Ludwig Kirchner, Ölbilder, Zeichnungen, Graphik, Kat. Nr. 43. Davos 1997, Kirchner Museum, Ernst Ludwig Kirchner, Selbstbildnisse, Kat. Nr. 76. Lugano 2000, Museo d’Art Moderna, Ernst Ludwig Kirchner, ohne Kat. Nr. In den letzten Lebensjahren Kirchners nimmt die Produktion grafischer Arbeiten stark ab. Eine Ausnahme bilden die Jahre zwischen 1933 und 1936, allerdings betrifft dies nur den Bereich des Holzschnittes. In verschiedenen Briefstellen erwähnt Kirchner immer wieder, dass er nun wieder viel in Holz schneide. In jenen Jahren entstehen sehr qualitätsvolle Holzschnitte, wie der vorliegende. Er zeigt eine Szene im Wohn­ zimmer des Wildbodenhauses und ist wohl sein letztes grafisches Selbstbildnis.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ4OTU=