Auktion 292: Kunst aus sechs Jahrhunderten 10.9.2026
355 Ernst Ludwig Kirchner und Lise Gujer Aschaffenburg 1880–1938 Davos und Zürich 1893–1967 Davos-Sertig Begrüssung 1930, wohl neue Fassung nach 1952. Leinwandbindung; Wirkerei mit doppelter Verschlingung. 166×89,5 cm. Untenmittigmit eingewobenem Monogrammvon LiseGujer «LG». Kette: Stängelfaser, Zwirn S bestehend aus 4 Fäden in schwacher Z-Drehung, naturgrau. Dichte 5 Fäden/cm. Schuss: Wolle, Spinnrichtung nicht bestimmt, verschiedene Farben; Seide, Spinnrichtung nicht bestimmt, 1 Farbe. Dichte 12–14 Fäden/cm. Rückseitig oben und untenmit einer eingenähten Holzlatte. In farbfrischer und sehr guter Erhaltung. Schätzung CHF 35000 Werkverzeichnis Kornfeld 21. Provenienz Direkt von Lise Gujer, Davos Sertig, in den 1950er-Jahren erworben von Privatsammlung Schweiz. Literatur Beat Stutzer, Bildteppiche von Ernst Ludwig Kirchner und Lise Gujer, Ein Werkkatalog der Entwürfe, Kat. Nr. 17/1–2. Ausstellung Chur/Berlin, 2024/2025, Bündner Kunstmuseum/Brücke- Museum, Lise Gujer, Eine neue Art zu malen, Im Dialog mit Ernst Ludwig Kirchner, S. 175. Die erste Fassung dieses Wandteppichs, die sich heute in der Bayeri schenGemäldesammlung in der Neuen Pinakothek inMünchen befindet, wurde 1930 von dem damaligen Direktor Dr. Max Sauerlandt für die Sammlung desMuseums für Kunst undGewerbe in Hamburg angekauft. Dort wurde er 1937 als «entartete Kunst» beschlagnahmt. Dargestellt ist eine herzliche Begrüssungsszene dreier Personen. Im Hintergrund ist durch eine geöffnete Tür ein Berg zu sehen. Die vorliegende Wirkerei ist wohl in den 1950er-Jahren von Lise Gujer gewoben und vom Vater des heutigen Besitzers direkt bei ihr gekauft worden. Diese Arbeit war dem Autor E.W. Kornfeld zum Zeitpunkt des Drucks des Werkverzeichnisses der Textilarbeiten noch nicht bekannt. Aus demNachlass von Lise Gujer befinden sich heute zwei Entwürfe zum Motiv für den Wandteppich in Grafitstift, schwarzer Tusche und Farbstift auf Transparentpapier in der Sammlung des Bündner Kunstmuseums Chur, Inv. Nr. 8132.001.1998 und Inv. Nr. 8132.002.1998.
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