Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026

820 Künstlergruppe «Brücke» Chronik der KG Brücke 1913. 1 Holzschnitt von Kirchner als Umschlag auf rotemPapier, auf mit rotem Papier kaschierten Karton aufgeklebt. 5 Bögen mit insgesamt 6 weiteren Holzschnitten. 71,4 × 53 cm, Mappe. Enthalten sind: Titel mit Holzschnitt von E.L. Kirchner. 1913. Gercken A-80 Textseite mit 2 Holzschnitten von E.L. Kirchner. 1913. Gercken A-81/B (v. C) und A-82/A (v. B) Textseitemit 2 Holzschnitten von Karl Schmidt-Rottluff. 1913. Scha- pire 101 und 102 Textseitemit 2 Holzschnitten von Erich Heckel. 1913. Ebner/Gabel- mann 545H und 546H Textseite: Die Freunde der Brücke. Hinweis auf die passiven Mit- glieder und Aufzählung der Jahresmappen. Die Mitglieder der Brücke. Aufzählung der fünf aktiven Mitglieder mit ihren Adressen Textseite: Text von Kirchner «Über die Malerei» Textseite: Text von Kirchner «Über die Graphik» Zusätzlich 4 unbedruckte Seiten. Der Umschlagmit Gebrauchsspuren, Knicken, Rissen, Flecken und kleinen Fehlstellen. Der Titelholzschnitt mit zwei oberflächlichen Fehlstellen und einemKratzer innerhalb der Darstellung. Die Bogen mit Griffknicken und Falten sowie leichter Bräunung im Papier Schätzung CHF 70000 * Werkverzeichnis Hans Bolliger/E.W. Kornfeld, Ausstellung Künstlergruppe Brücke, Jahresmappen 1906–1912, Bern 1958, Nr. 62 Provenienz Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, auf der Rückseite des Inhaltsver- zeichnisses mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b Literatur Eberhard W. Kornfeld, Ernst Ludwig Kirchner, Nachzeichnung sei- nes Lebens, Bern 1979, S. 43, Nr. 230 Ausstellungen Basel/Høvikodden 1975/1977, Kunstmuseum/HenieOnstad Kunst- senter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 159 Basel 1979/1980, Kunstmuseum, Ernst Ludwig Kirchner, Kat. Nr. 230 Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahr- hunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 134 Paris 1992/1993, Musée d’Art moderne de la Ville de Paris, Figures dumoderne, L’expressionnisme en Allemagne, 1905–1914, Kat. Nr. 2 Bern 1999/2000, Kunstmuseum, Cuno Amiet, Von Pont-Aven zur «Brücke», Abb. S. 31 (Umschlag) Berlin 2001, Neue Nationalgalerie, Der Potsdamer Platz, Kat. Nr. 90 Davos 2005, Kirchner Museum, Ernst Ludwig Kirchner und die «Brücke», Die Jahresmappen der Brücke 1906–1912 und dieChro- nik der Brücke KG 1913, aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Bern-Davos, S. 64/65 (Mappe) Berlin 2008/2009, Brücke-Museum, Kirchner in Berlin, Kat. Nr. 149 New York 2009, Neue Galerie, Brücke, The Birth of Expressionism in Dresden, S. 75 In seinemText «Über dieGraphik» schreibt Ernst LudwigKirchner, dass die Grafik für die Künstler der Brücke eine besonders wichtige Aus- drucksform sei. Er betont, dass vor allem der Holzschnitt eine direkte, kraftvolle und unverfälschte Wirkung entfalte. So sollte eine unmittel- bare Umsetzung vonGefühlen und inneren Erlebnissen ohne die Ver- feinerung der akademischen Malerei möglich sein. Die klaren Linien und starken Kontraste sollten die ursprüngliche, lebendige Wirkung der Kunst verstärken. Ausserdem hebt er hervor, dass die Künstler bewusst «einfacheundursprünglicheTechniken» nutzten, umsich von traditionellen Kunstformen abzusetzen und etwas Neues, Eigenstän- diges zu schaffen. Der von Kirchner gestaltete Umschlag ist extrem selten. Gercken sind lediglich 4 Exemplare bekannt geworden.

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