Auktion 293: Illustrierte Bücher und Portfolios aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld 10.9.2026
839 Wassily Kandinsky Moskau 1866–1944 Neuilly-sur-Seine Kandinsky. Klänge München, R. Piper & Co. Verlag, 1913 1907–1912, publiziert 1913. Gebundenes Buch in originalem Halb- leinenbandmit Goldprägung auf Vorder- und Rückseite, in Schutz- umschlag, in Kartonschuber mit Titeletikett. Mit 44 eingebundenen Holzschnitten und 12 Farbholzschnitten auf Bütten Van Gelder Zonen mit Wasserzeichen. 29,5×29 cm, Schuber. Im Impressum mit der handschriftlichen Nummer «115» als eines von 300 Exem plaren ausgewiesen und vomKünstler in Tinte signiert «Kandinsky». Der Schuber mit Gebrauchsspuren und leicht fleckig. Die äussers- ten Blattkanten leicht gebräunt, mit leichtem Durchdruck von Text und Grafik, nur ganz vereinzelt mit Fleckchen. Insgesamt in sehr schöner Druckqualität und Erhaltung. Schätzung CHF 30000 * Werkverzeichnis Roethel 71–74, 85, 95–140, 142–146 Provenienz Jürgen Hollstein, Berlin, dort im Januar 1983 angekauft für Slg. EberhardW. Kornfeld, Bern, auf der Innenseite des Umschlags mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b «Klänge» ist eines der bemerkenswertesten illustrierten Bücher des Expressionismus, dessen Inhalt und Gestaltung vollständig von Kandinsky stammt. Dieses «musikalische Album» enthält 38 Prosa gedichte und 56 Holzschnitte des Künstlers, von denen er einige wenige 1907, den Grossteil aber im Sommer 1911 in Murnau schuf, wie er in Briefen anGabrieleMünter schilderte. In «Klänge» kommen bedeutendeMotive wie «Improvisation», «Reiter» oder «Berge» vor, die Kandinsky auch inGemälden, Aquarellen und Hinterglasbildern verwendete. Dieses Werk, das Dichtung, Musik und Kunst zu ver- einen versucht, zeigt Kandinskys Interesse am Zusammenspiel verschiedener Kunstformen. Die von ihmverfassten Prosagedichte sind in einer betont schlichten Sprache gehalten. Sie beziehen sich auf Momente des Sehens und der Wahrnehmung genauer Details oder haben einen rein sprachlichen bzw. durch Wiederholungen speziell lautmalerischenCharakter, was einen «inneren Klang» her- vorrufen soll. Sie sind damit zugleich Ausdruck der theoretischen Vorstellungen Kandinskys.
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