Auktion 294: Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Gudrun und Martin Fritsch 10.9.2026
921 Käthe Kollwitz Königsberg 1867–1945 Moritzburg Die Freiwilligen Blatt 2 der Folge «Krieg» 1922/1923. Holzschnitt auf weichem Japanbütten. 35×49,5 cm, Druckstock; 37,6×51 cm, Blattgrösse. Unten rechts von der Künst- lerin in Bleistift signiert «Kollwitz», links bezeichnet «3. Zust. Hand- druck». In den Ecken oben Reissnagellöcher, unten links vereinzelte Fleckchen, das Papier rechts mit vereinzelten Falten. Rückseitig mit Spuren alter Montierungen. In sehr schöner Erhaltung. Schätzung CHF 10000 * Werkverzeichnis Alexandra von dem Knesebeck, Käthe Kollwitz, Werkverzeichnis der Graphik, Bern 2002, Bd. 2, Nr. 173/III (v. IV/d), eines der dort erwähnten Exemplare Provenienz Slg. Salman Schocken, Berlin/Jerusalem, versteigert bei Auktion Hauswedell, Hamburg, 5. Juni 1967, Los 840, dort erworben von C.G. Boerner, Düsseldorf C.G. Boerner, Neue Lagerliste 50, Düsseldorf 1968, Kat. Nr. 35, dort am 26. September 1969 erworben von Privatsammlung Duisburg, dort im Mai 1981 erworben von C.G. Boerner, Düsseldorf C.G. Boerner, Neue Lagerliste 75, Düsseldorf 1981, Kat. Nr. 113, dort 1981 erworben von Slg. Gudrun und Martin Fritsch, Berlin Ausstellung Berlin 2021, Galerie Judin, EnriqueMartínez Celaya, Käthe Kollwitz, Von den ersten und letzten Dingen, Kat. Nr. 59 Käthe Kollwitz setzte sich sehr intensiv mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen auseinander, nachdem ihr jüngerer Sohn Peter am 22. Oktober 1914 als Freiwilliger getötet wurde. Die Trauer und diese schmerzhafte Erfahrung führten zu einer eindrücklichen Auf- arbeitung des Kriegstraumas, was in der siebenteiligen Holzschnitt- folge «Krieg» kulminierte. «Ich bin mit der Holzschnittfolge zum Krieg fast fertig. […] Kein Mensch wird mutmassen, dass diese 7 Holzstöcke mittlerer Grösse eine langjährige Arbeit in sich schliessen und doch ist es so. Es steckt darin die Auseinanderset- zungmit demStück Leben, das die Jahre 1914–1918 umfassen, und diese vier Jahre waren schwer zu fassen.» (Zitat aus «Briefe der Freundschaft»). Die Folge erschien schliesslich 1923 als Mappe im Verlag Emil Richter in Dresden in verschiedenen Auflagen. Der vorliegende Handdruck ist eines von zehn bekannten Blättern, die in den Zuständen I-III vor demAuflagendruck des zweiten Zyklus- blattes «Die Freiwilligen» entstanden sind, wovon sich acht in Museen befinden.
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