Auktion 294: Käthe Kollwitz - Meisterwerke aus der Sammlung Gudrun und Martin Fritsch 10.9.2026

und etwa 35 in druckgrafischer Technik (von insgesamt 275 Nummern). 6 Hinzu kommen in beidenMedien zahlreiche indi- rekte Selbstdarstellungen, verborgen in allgemeinmenschlichen Themen wieMut- terschaft, Abschied oder Tod. Das Auktionsangebot umfasst zehn Selbstbildnisse als Zeichnung und Druck- grafik aus dem Zeitraum von 1888 bis 1936, darunter Studienblätter und vollgül- tig ausgeführte Werke von erlesenem Wert, wie etwa die beiden meisterhaften und sehr seltenen Farblithografien (Lose 914 und 915), wahre Glanzpunkte der Sammlung. Sie wurden von der Begeg- nung der Künstlerinmit dem französischen Grafiker und Maler Théophile-Alexandre Steinlen in Paris inspiriert, wo sich Kollwitz 1901 und 1904 zu Studienzwecken auf- hielt. Seit diesen Aufenthalten wandte sie sich auch der Farbe als künstlerischem Ausdrucksmittel zu. 1908 begann sie, Tagebuch zu führen. Die- sem vertraute sie trotz ihrer frühen Erfolge mit den grafischen Zyklen «Ein Weberauf- stand» (1893–1897) und «Bauernkrieg» (1902/03–1908), trotz früher Ankäufe durch die Kupferstichkabinette in Dresden, Berlin und München sowie trotz der Verleihung des Villa-Romana-Preises im Jahr 1907 immer wieder ihre tiefen Selbstzweifel an. Beispielhaft für die zahlreichen ähnlichen Eintragungen seien hier ihre Reflexionen als Künstlerin, Ehefrau und Mutter zitiert, welche die 45-jährige Kollwitz am Silves- terabend 1912 niederschrieb: Schlachtfeld, 1907, Los 913

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